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Medi will PNP-Vertrag nachbessern

Das Ziel ist noch nicht erreicht: Medi will im Südwesten die Honorierung des PNP-Vertrags nachbessern. Denn zwar haben sich bislang Psychotherapeuten, aber zu wenig Neurologen und Psychiater eingeschrieben.

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Baumgärtner: Finanzielle Nachbesserungen beim PNP-Vertrag.

Baumgärtner: Finanzielle Nachbesserungen beim PNP-Vertrag.

© Regenscheit

STUTTGART (fst). Der Medi-Verbund will in Baden-Württemberg den PNP genannten Selektivvertrag (Psychotherapeuten, Neurologen, Psychiater) finanziell attraktiver machen.

"Der Vertrag muss für Psychiater und Neurologen bei der Honorierung nachgebessert werden", sagte Medi-Chef Dr. Werner Baumgärtner der "Ärzte Zeitung".

Voraussetzung für den operativen Start des im Herbst 2011 mit AOK und Bosch BKK geschlossenen Vertrags ist, dass bei Ärzten und Therapeuten bestimmte Teilnehmerzahlen erreicht werden.

Für Psychotherapeuten ist das Quorum erreicht, für die beiden anderen Fachgruppen noch nicht. Jetzt sollen bei Neurologen die Akutdiagnostik finanziell aufgewertet werden, bei Psychiatern die Gesprächsleistungen.

Zudem sollen Neurologen - wie auch in der Kassenärztlichen Vereinigung - aus beiden Bereichen abrechnen dürfen, erläuterte Baumgärtner.

"Gelingt das, gehe ich davon aus, dass wir bis Anfang November für Neurologen und Psychiater das Quorum erreichen können", so der Medi-Chef.

Druck beim Orthopädie-Vertrag

Der PNP-Vertrag hat sich in der Umsetzung als dickes Brett erwiesen. Damit die Zustimmung steigt, soll auch der Abstand zur Vergütung im KV-System ausreichend groß sein.

Weil sich die Honorierung von Psychiatern und Neurologen im KV-System in den vergangenen Monaten deutlich verbessert hat, sehen sich die Vertragspartner im Zugzwang, finanziell nachzulegen.

Der PNP-Vertrag ist nach den Vereinbarungen mit Kardiologen und Gastroenterologen der dritte Vollversorgungsvertrag, den Medi mit den beiden Kassen geschlossen hat.

Parallel dazu verhandeln die Ärzteverbände mit AOK und Bosch Betriebskrankenkasse den nächsten 73c-Vertrag: "Mein Wunsch ist es, dass der Orthopädie-Vertrag Ende 2012 fertig verhandelt ist. Realistisch dürfte aber die erste Jahreshälfte 2013 sein", erläuterte Baumgärtner.

Er hält es für sinnvoll, in den geplanten Orthopäden-Vertrag auch die Gruppe der Rheumatologen einzubeziehen. "Die Bereitschaft der Verbände ist da - mit der AOK müssen wir über das Thema noch sprechen", sagt der Medi-Chef.

Andere Facharztgruppen warten

Mittelfristig will Medi aber Selektivverträge für das Gros der Facharztgruppen.

Er könne sich vorstellen, nach dem Orthopädie-Vertrag weitere Vereinbarungen gleich für mehrere Gruppen aufzulegen: "Die HNO-Ärzte warten auf Verträge, ähnliches gilt für Urologen, Gynäkologen und Dermatologen", so Baumgärtner.

Der Medi-Chef zeigt sich erfreut, dass sich inzwischen auch andere Krankenkassen für Facharztverträge interessieren. Ein Beispiel ist die Ausschreibung der AOK Bayern zur kardiologischen Versorgung.

"Medi hat dort ein Angebot abgegeben. Wir ziehen also mit, sagen den Kassen aber ganz klar: Es ist besser, wenn Hausarzt- und Facharztverträge verknüpft werden, weil dann die Einsparmöglichkeiten gerade bei veranlassten Leistungen viel größer sind", sagt Baumgärtner.

Dass auch der Deutsche Hausärzteverband plant, durch Integrationsverträge in der Diabetologie und Rheumatologie Kooperationen mit Fachärzten einzugehen, irritiert Medi nicht.

Das Vorhaben sei "mit uns abgestimmt" versichert Baumgärtner. "Wie es weitergeht, darüber reden wir Anfang August mit dem Hausärzteverband und den Facharztverbänden."

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