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Medikamenten-Tafel macht Arzneien bezahlbar

DÜLMEN (acg). Arznei aus der Apotheke kann teuer sein. Für Menschen, die am Existenzminimum leben, ist sie oft unerschwinglich. In Dülmen im Münsterland können Bedürftige bei einer "Medikamenten-Tafel" seit Kurzem rezeptfreie Tabletten, Salben oder Hustensaft zum halben Preis bekommen.

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Arzneimittel auch für Bedürftige erschwinglich machen, das wollen die Initiatoren der Dülmener Tafel. © DeVIce / fotolia.com

Arzneimittel auch für Bedürftige erschwinglich machen, das wollen die Initiatoren der Dülmener Tafel. © DeVIce / fotolia.com

© DeVIce / fotolia.com

"Gerade Menschen, die aufgrund ihrer Armut ohnehin schon benachteiligt sind, sparen oft an ihrer Gesundheit", sagt Yvonne Redmann, erste Vorsitzende der Dülmener Tafel, die die Medikamententafel organisiert. "Sie stehen in der Apotheke, schauen auf den Preis des Medikaments und entscheiden sich dann doch, es nicht zu kaufen, weil es zu teuer ist." Das sei besonders schlimm, weil dadurch chronische Krankheiten entstehen könnten.

Die Initiatoren der Dülmener Tafel wollen dem vorbeugen. Bedürftige Patienten, die die Hilfe in Anspruch nehmen wollen, können sich bei ihrem Arzt ein Grünes Rezept ausstellen lassen. Um Missbrauch zu verhindern, müssen sie bei der Tafel nachweisen, dass sie von Sozialhilfe leben und dann das Rezept bei der Tafel abstempeln lassen. Damit können sie in eine der zehn Dülmener Apotheken gehen und bekommen das Medikament fünfzig Prozent günstiger.

Die andere Hälfte übernimmt Gabrielle Herzogin von Croy, die Schirmherrin der Dülmener Tafel. Alle Apotheken machen mit, auch die Ärzte der Stadt beteiligen sich. Rund 100 Grüne Rezepte seien im vergangenen Quartal eingelöst worden, sagt Redmann. "Das ist für den Anfang ein gutes Ergebnis." Erhältlich sind nur rezeptfreie Medikamente. Rund 300 Familien mit knapp 1100 Personen versorgt die Tafel pro Woche vor allem mit Lebensmitteln.

Die Idee, bedürftige Menschen mit günstiger Arznei zu versorgen, stammt aus Stuttgart, wo vor einigen Jahren die erste Medikamententafel in Deutschland entstand. "Wir haben uns mit den Stuttgartern zusammengesetzt und sie haben uns erklärt, wie ihr Projekt funktioniert", sagt Redmann. "Danach haben unsere Mitarbeiter beschlossen, ein eigenes Projekt zu starten." 81 ehrenamtliche Mitarbeiter engagieren sich regelmäßig für die Dülmener Tafel.

www.duelmener-tafel.de

Lesen Sie auch: Hartz-IV-Regelsätze müssen neu berechnet werden

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Kommentare
Dr. Joachim-Michael Engel 10.02.201012:55 Uhr

Noch mehr Arzneien ....?

Der Zukauf von OTC-Arzneien ist zumeist wenig erwünscht und schafft nicht selten Probleme. Auch wenn für die Medikamenten-Tafel ein grünes Rezept gefordert wird, zahlen eigentlich die Krankenkassen alle erforderlichen und wirksamen Arzneien. Mit Ausnahme der Kontrazeptiva sehe ich eigentlich wenig Sinn hinter einer Medikamenten-Tafel. Denn Essen und Trinken sind notwendig, aber OTC-Arzneien? Hilfreicher wäre, den Patienten neben "der richtigen Nahrung auch das richtige Maß an Bewegung zukommen lassen. Dann hätten wir den besten Weg zur Gesundheit gefunden!" (Hippokrates). Dieser schon sehr alten Erkenntnis ist wenig hinzuzufügen. Und für Bewegung braucht es keine Tafel: denn Gesundheitssportvereine und Sportvereine berücksichtigen in den Mitgliedsbeiträgen die Hartz IV Situation - und übrigens: auch Krankenkassen befreien bei Präventionskursen vom Eigenanteil .....

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