Berufspolitik

Mediziner sind die erfolgreichsten Studenten

Der Numerus clausus scheint eine gute Vorauswahl für ausdauernde Studenten zu sein. Denn 96 Prozent der Medizinstudenten schließen ihr Studium erfolgreich ab.

Veröffentlicht: 28.06.2011, 17:24 Uhr
96 Prozent der Medizinstudenten schließen ihr Studium erfolgreich ab.

96 Prozent der Medizinstudenten schließen ihr Studium erfolgreich ab.

© Killig / momentphoto / imago

WIESBADEN (ava). Was das Durchhaltevermögen angeht, gehören Medizinstudenten zu den Spitzenreitern.

Rund 96 Prozent der Studenten, die 2001 ein Medizinstudium begonnen haben, hatten 2009 einen Abschluss in der Tasche - 96,5 Prozent der Studenten und 95,6 Prozent der Studentinnen. Das hat das Statistische Bundesamt in Wiesbaden vor kurzem mitgeteilt.

Erfolgsquote wohl dank Numerus clausus

Diese hohe Erfolgsquote ist vermutlich der Vorauswahl durch den Numerus clausus zu verdanken. Denn auch andere Fächer mit starken Zulassungsbeschränkungen oder einer Begabtenprüfung wiesen laut Statistischem Bundesamt bis zum Prüfungsjahr 2009 eine hohe Erfolgsquote auf.

Im Fach Veterinärmedizin machten 97 Prozent der Studenten einen Abschluss, bei Kunst und Kunstwissenschaften 87 Prozent und im Fach Sport 84 Prozent.

In der Fächergruppe Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften lag die Erfolgsquote bei 78 Prozent, in den Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften waren es 82 Prozent. Rund 72 Prozent der Studierenden schlossen ihr Studium erfolgreich in den Ingenieurwissenschaften ab.

Die niedrigsten Erfolgsquoten wurden dem Statistischen Bundesamt zufolge in den Fächergruppen Sprach- und Kulturwissenschaften mit 67 Prozent und Mathematik/ Naturwissenschaften mit 65 Prozent erreicht.

Erwerb des ersten Hochschulabschlusses als Erfolg gewertet

Erfolg ist in diesem Zusammenhang als der Erwerb eines ersten Hochschulabschlusses in Deutschland definiert. Unberücksichtigt bleibt, wie viel Zeit für den Abschluss benötigt wurde, mit welcher Note das Studium beendet wurde und wie gut der Abschluss für den Einstieg in den Arbeitsmarkt beziehungsweise die Selbstständigkeit qualifiziert.

Zum Prüfungsjahr 2009 hatten fast 74 Prozent aller Studierenden eines Erststudiums mit Studienbeginn 2001 ihr Studium erfolgreich abgeschlossen.

Das heißt im Umkehrschluss: Knapp ein Viertel aller Studenten (26 Prozent) haben auch nach neun Studienjahren noch keinen Abschluss - die meisten haben wohl ihr Studium abgebrochen.

Die Fächergruppe Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften ist mit Abstand am personalintensivsten. Hier entfallen drei Studierende auf eine Lehrkraft. In den übrigen Fächern betreute im Jahr 2009 eine wissenschaftliche und künstlerische Lehrkraft 13 Studierende.

Das Studium der Medizin ist der teuerste Studiengang in Deutschland. 2008 betrugen die laufenden Ausgaben je Medizinstudent 29.720 Euro. Das ist fast viermal so viel wie in den Fächergruppen Mathematik und Naturwissenschaften mit 7960 Euro.

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Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Dr. Thomas Görg

Trau'' keiner Statistik...

... die du nicht selbst gefälscht hast.
Ich kann mich meinem Vorschreiber nur anschließen. Mein Examen lag zwar klar vor dieser ''goldenen Ära'' aber wir hatten noch beachtliche Abbrecherquoten, v. a. in der Vorklinik - eine Erfahrung, die sicher die Meisten teilen werden. KBV und BÄK haben vor wenigen Jahren sogar noch von 42% Abbrechern gesprochen. Die Wahrheit dürfte irgendwo dazwischen liegen.
Man mag trotzdem fast heraushören, dass jemand den NC auf diese Weise wieder gesund beten möchte, während bereits laut über Alternativen nachgedacht wird.

Dr. Thomas Georg Schätzler

Erfolg durch Auslese?

Diese Quote von 96 Prozent (Vertrauensintervall 95,6 bis 96,5 %) für das erfolgreiche Studium der Humanmedizin von 2001-2009 mit Staatsexamen hört sich m. E. eher nach Wahlergebnissen in sozialistischen Volksrepubliken oder diktatorischen Regimen an, als dass hiermit die Realität sicher abgebildet würde. Ich erlebe die Rate der Studienabbrecher aus meiner beruflichen und privaten Erfahrung höher. Suspekt ist mir die ursächliche Zuordnung des NC oder der Begabtenprüfung. Ob diese Regularien wirklich kausal auch für die 97-prozentige Erfolgsquote in der Veterinärmedizin sind?

Eine zugegeben diabolische Frage bleibt: Hat das Statistische Bundesamt in Wiesbaden
vielleicht Leute mit erfolgreichem Medizinexamen hinzugezählt, die vorher niemals Medizin studiert haben? Oder ist mir bei über 30° Temperatur in den letzten Tagen einfach zu heiß geworden?

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund


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