Gesundheitspolitik international

Mehr Arzneimittel im Kampf gegen Tropenkrankheiten

GENF/LONDON (shl). Die forschenden Pharmaunternehmen haben umfassende Hilfen im Kampf gegen tropische Armutskrankheiten zugesagt. In den kommenden zehn Jahren wollen sie 14 Milliarden Behandlungen spenden, um die neun schlimmsten vernachlässigten Tropenkrankheiten (NTD) - darunter Bilharziose, afrikanische Schlafkrankheit , Lepra, Flussblindheit - einzudämmen bzw. auszurotten. Das erklärte der Weltpharmaverband IFPMA in Genf.

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Grundlage für die 1,4 Milliarden Behandlungen jährlich sollen die bereits vorhandenen Arzneimittelspendenprogramme der Unternehmen bilden, so der IFPMA.

Zuvor hatten sich bereits 13 Pharmahersteller mit den Regierungen der USA und Großbritannien, der Bill & Melinda Gates Stiftung und internationalen Gesundheitsorganisationen auf eine Kooperation zur NTD-Bekämpfung verständigt.

Mindestens eine Milliarde Menschen leiden weltweit an einer NTD. Der Kampf gegen diese Krankheiten wirkt sich erheblich auf die wirtschaftliche Entwicklung in den betroffenen Ländern aus. Nach Angaben des Verbands forschender Arzneimittelhersteller (vfa) wurden zum Beispiel im Rahmen des Mecitizan-Spenden-Programms zur Bekämpfung der Flussblindheit nicht nur jährlich rund 40.000 Fälle von Erblindung verhindert.

Zugleich wurden auch 240 Millionen Hektar Ackerland in Afrika wieder nutzbar gemacht, die sonst aufgrund der Ansteckungsgefahr hätten brach liegen müssen. Der vfa begrüßte, dass das Bundesforschungsministerium die Förderung von Produktentwicklungspartnerschaften für neue Arzneimittel gegen tropische Armutskrankheiten auf 20 Millionen Euro bis 2015 aufgestockt hat.

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