Kommentar – Spahn und der GBA

Mehr als eine Provokation

Wolfgang van den BerghVon Wolfgang van den Bergh Veröffentlicht:

Das ist eine volle Breitseite, die der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) gegen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn abgefeuert hat. Beobachter sprechen von einer extrem gereizten Stimmung, die sich in den vergangenen Wochen hochgeschaukelt habe.

Im Kern geht es darum, Druck auf den GBA auszuüben, innerhalb bestimmter Fristen Entscheidungen zu treffen. Ein erster Versuch im Kontext der Liposuktion wurde politisch elegant abgewendet.

Jetzt geht es um eine Ergänzung zum Implantate-Registergesetz, wonach innerhalb von zwei Jahren neue Methoden bewertet werden sollen. Wenn nicht, entscheidet das BMG. Die Reaktion von GBA-Chef Hecken fiel am Freitag entsprechend heftig aus: In der GBA-Stellungnahme ist die Rede von einem Weg in die Beliebigkeit, von Patientengefährdung, von einem Verstoß gegen das Wirtschaftlichkeitsgebot, einem Schritt zurück ins Mittelalter und so weiter.

Diese Schärfe ist ungewöhnlich und wird eher selten so öffentlich ausgetragen. Sie ist aber auch nachvollziehbar, weil die Aktion des Ministers auf einen Paradigmenwechsel hinauslaufen kann. Nicht nur die handelnden Akteure im GBA sind massiv angefressen. Die negativen Abstrahlungseffekte reichen bis tief in die Union. Was nun, Herr Spahn?

Lesen Sie dazu auch: GBA warnt Spahn vor „Systembruch“ in der GKV

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Kolumne „Hörsaalgeflüster“

Medizin der Zukunft braucht mehr als Sonntagsreden

Das könnte Sie auch interessieren
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

ADHS im Erwachsenenalter

Wechseljahre und ADHS: Einfluss hormoneller Veränderungen auf Symptomatik und Diagnose

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG, Iserlohn
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Den Herausforderungen mit Hopfenextrakt begegnen

© Pixelrohkost / stock.adobe.com

Arztinformation – Hilfe für Patientinnen in den Wechseljahren

Den Herausforderungen mit Hopfenextrakt begegnen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Procter & Gamble Health Germany GmbH, Schwalbach am Taunus
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Wundheilung

Ulcus cruris venosum: Was für die Kompressionstherapie wichtig ist

Lesetipps
3D-Illustration einer Lunge mit Tumor.

© Sebastian Kaulitzki - stock.adobe.com

Deutschland

Sterblichkeit wegen Krebs in nahezu allen Altersgruppen rückläufig

MFA und verärgerter Patient

© LIGHTFIELD STUDIOS / stock.adobe.com

Tipps fürs Patientengespräch

Wie Sie schwierigen Patienten den Wind aus den Segeln nehmen