Gesundheitspolitik international

"Mission Gold" - gedopt an die Spitze?

KÖLN (pah). Die enorme Menge von 119 der 302 Medaillen sollen Chinas Athleten bei den Olympischen Spielen in Peking für ihr Land gewinnen. Das ist der erklärte Wunsch der Staatsführung.

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Bei den Spielen im Jahr 2004 in Athen lag China mit 63 Medaillen noch deutlich hinter den USA auf Rang zwei. Um das ehrgeizige Ziel für 2008 zu erreichen, nimmt es Chinas Regierung offenbar auch nicht so genau mit dem versprochenen Engagement gegen Doping. Das ist das Ergebnis der zweiteiligen Dokumentation "Mission Gold" der beiden ZDF-Reporter Ralf Paniczek und Thomas Reichart. Der Sender zeigt die Teile am 12. Juni um 0.15 Uhr und am 30. Juli 2008 um 23.15 Uhr.

Der Film zeigt, dass Hersteller von Dopingmitteln in China offenbar auch kurz vor den Spielen ungestört weiterarbeiten können. Darunter ist die Firma GenSci, ein führender Lieferant von Wachstumshormonen. China gilt als einer der weltgrößten Produzenten von Dopingmitteln. In dem Land sind außerdem viele Dopingmittel weiterhin frei erhältlich, obwohl das Land den Verkauf offiziell verboten hat. Paniczek und Reichart zeigen eine mit versteckter Kamera gedrehte Szene, in der ein Käufer Andriol und Methyltestosteron ohne Rezept in einer Apotheke bekommt.

Auch unangekündigte Dopingkontrollen laufen bei den chinesischen Sportlern nicht immer problemlos ab. Im Film ist zu sehen, wie zwei schwedische Dopingkontrolleure an einem Trainingszentrum aufgehalten werden und erst nach einer knappen Stunde den Athleten testen können. Zwar fällt der Befund negativ aus, der Sportler hätte in der Zwischenzeit jedoch auch die Gelegenheit gehabt, das Ergebnis zu verschleiern.

Die Dokumentation weckt mit einem weiteren Punkt Zweifel daran, dass die chinesische Führung ihr Versprechen ernst meint, das ist die Beschäftigung dopingbelasteter Trainer aus der ehemaligen DDR. "Es sind Personen, die in das Doping-System verstrickt waren und die eigentlich keinen Grund haben, ohne Doping zu arbeiten, denn sie haben sich nie dagegen ausgesprochen", sagt der Anti-Doping-Experte Giselher Spitzer im Film.

Die beiden Journalisten Paniczek und Reichart gehören zur Doping-Task-Force, die das ZDF nach dem Ausstieg aus der Übertragung der Tour de France im vergangenen Jahr gegründet hat.

Der zweite Teil der ZDF-Dokumentation beschäftigt sich mit dem weltweiten Handel mit Dopingpräparaten und wirft auch einen kritischen Blick auf deutsche Sportler. Die Journalisten wollen unter anderem noch einmal die Rolle des Freiburger Uniklinikums im Dopingskandal um das Team Telekom beleuchten.

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