Reha

Mit Mini-Robotern zu mehr Trainingskontinuität

Ob zu Hause oder in der Reha: Bei der medizinischen Versorgung älterer Menschen hält an allen Ecken und Enden Technik Einzug. Bedeutet das auch weniger Menschlichkeit?

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BERLIN. "Vor einigen Jahren dachten alle noch, dass Technik und ältere Menschen nicht zusammenpassen. Mittlerweile wissen wir aber, dass alte Menschen technische Neuerungen durchaus annehmen, wenn sie ihren Bedürfnissen entsprechen", sagte Dr. Daniel Kopf, Chefarzt der Geriatrischen Klinik am Marien-Krankenhaus Hamburg bei einer Veranstaltung im Vorfeld der Medizinmesse Medica.

Kopf sieht vor allem zwei Segmente in der Versorgung älterer Menschen, in denen in den nächsten Jahren immer mehr Technik Einzug halten wird. Da ist zum einen die Versorgung in den eigenen vier Wänden.

Hier könnten Telemonitoringlösungen und Telepräsenzsysteme die Funktionsbreite des traditionellen Hausnotrufs deutlich erweitern.

Roboter statt Physiotherapeut?

Ebenfalls sehr vielversprechend sei das sensor- und robotergestützte Gerätetraining im Rahmen der medizinischen Rehabilitation.

Gemeinsam mit der Sporthochschule Hannover startet das Marien-Krankenhaus Hamburg gerade eine Studie, bei der Rehabilitationspatienten nach Schlaganfall bei ihren Übungen ein akustisches Feedback erhalten.

Das funktioniert so: Der Rehabilitand bewegt seinen Arm in eine bestimmte Richtung. Diese Bewegung wird von Sensoren registriert und in ein akustisches Signal umgewandelt.

"Anhand der Art des Geräusches kann der Patient dann bei Wiederholungen der Bewegung erkennen, ob er die Bewegung richtig durchführt".

Das Ganze lässt sich natürlich auch noch weiterdenken. Werden nicht nur Sensoren, sondern auch noch Motoren eingesetzt, könnte eine Art Roboter dem Patienten bei den zu übenden Bewegungsabläufen assistieren, und zwar immer nur dann, wenn der Betreffende die Übungen nicht oder nicht vollständig selbst hinbekommt.

Kopf: "Dadurch wird letztlich der Physiotherapeut ersetzt, der klassischerweise den Arm führt und den Patienten Rückmeldung gibt".

Dem Patienten komme das insofern zugute, als die Anzahl der pro Tag durchführbaren Übungen dadurch ansteige. Das funktioniert freilich nur dann, wenn die Geräte auch frei sind.

"Im Moment ist es so, dass Rehaeinrichtungen mit computerassistierten Verfahren großes Prestige generieren. Die Patienten reißen sich darum und stehen oft Schlange vor den Geräten", versicherte Kopf.

Ergänzen lassen sich solche High-Tech-Lösungen in medizinischen Einrichtungen durch technisch simplere Verfahren, die einen Einsatz beim Patienten zu Hause erlauben.

Mobile Rehalösungen denkbar

Die zunehmende Miniaturisierung macht mittlerweile auch mobile Rehabilitationslösungen denkbar. Bleibt die Frage, ob derartige geräte- und IT-gestützte Verfahren letztlich wirklich als zusätzliche Angebote den Patienten zugutekommen, oder ob sie nicht eher ökonomisch-strategisch eingesetzt werden.

"Die Versuchung ist schon groß, damit Personal zu sparen", sagte Kopf. Diesen Verlust an menschlichem Kontakt gelte es zu verhindern.Immerhin: Für die Ausdehnung der Rehabilitation auf den Zeitraum nach Entlassung aus der Reha gibt es bereits erste kommerzielle IT-Lösungen.

Sie werden von einzelnen Rentenversicherungsträgern auch erstattet - zusätzlich zur normalen Rehabilitation. (gvg)

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