Nach Herzinfarkt gibt es kein "Weiter so"

Die Mortalität nach einem Herzinfarkt ist hoch. Darauf macht eine neue Kampagne aufmerksam.

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HAMBURG (di). Die "Initiative Herzbewusst - Leben nach dem Herzinfarkt" macht bundesweit auf hohe Mortalitätsraten nach Herzinfarkt aufmerksam. Die Initiatoren wollen Laien und Fachkreise ansprechen.

"Wir sind in der Akutversorgung von Patienten mit Herzinfarkt in Deutschland gut aufgestellt", steht für Dr. Franz Goss fest. Doch der stellvertretende Bundesvorsitzende des Berufsverbandes Niedergelassener Kardiologen (BNK) weiß auch: "In der Nachsorge bleibt vieles dem Zufall überlassen." Deshalb hat sich der BNK zusammen mit dem Unternehmen AstraZeneca und der DAK zur Initiative Herzbewusst entschieden, die in Hamburg der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Die Kooperationspartner wollen auf die hohen Mortalitätsraten nach Herzinfarkt aufmerksam machen, die Sensibilität für das Thema erhöhen und erreichen, dass mehr Betroffene Herzinfarkt nicht als einzigartiges Ereignis begreifen, sondern langfristig ihren Lebensstil umstellen.

Dazu gehören für Goss außer einer abgestimmten Begleitung durch Haus- und Fachärzte die medikamentöse Nachbehandlung, eine gesunde und ausgewogene Ernährung, Raucherentwöhnung sowie regelmäßige Bewegung.

Wer ein akutes Koronarsyndrom überlebt hat, ist weiterhin gefährdet - denn innerhalb des ersten Jahres stirbt einer von acht Patienten. "Dass immer noch so viele Menschen im ersten Jahr nach dem Infarkt sterben, zeigt auch, wie viele sich der Gefährdung nicht bewusst sind", sagte Dr. Kai Richter, medizinischer Direktor von AstraZeneca. Er betonte in Hamburg, dass die Initiative sich als Ergänzung zu bestehenden Angeboten der Patienteninformation versteht und auf diese auch hinweisen will.

Professor Herbert Rebscher, Chef des DAK, hofft, dass die Kampagne auch dazu beiträgt, Koordinations- und Kommunikationsmängel in der Versorgungskette für Herzinfarktpatienten zu lindern. Die Kasse hat in rund 25 Integrationsverträgen mit rund 20 000 Versicherten die Erfahrung gesammelt, dass solche Mängel zu Brüchen in der Versorgungskette führen können.

Rebscher verspricht sich viel von der Kampagne, weil diese sich nicht mit dem erhobenen Zeigefinger an die Betroffenen wendet, sondern zu einem positiven Denken verhilft: Nicht Verbote werden in der Vordergrund gestellt, sondern die positiven Folgen einer Lebensstiländerung.

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