Legionärskrankheit

New York lässt alle Wassertürme untersuchen

Mindestens 10 Tote und rund 100 Erkrankte: New York erlebt den bislang schlimmsten Ausbruch der Legionärskrankheit. Nun sollen die Wasserkühltürme auf den Dächern der Metropole inspiziert werden.

Veröffentlicht: 07.08.2015, 10:37 Uhr

NEW YORK. Nach einem Ausbruch der Legionärskrankheit mit bislang mindestens zehn Toten müssen alle Wasserkühltürme auf New Yorks Dächern überprüft und desinfiziert werden.

Das müsse in den kommenden zwei Wochen geschehen, sagte Bürgermeister Bill de Blasio.

Bei dem bislang schlimmsten Ausbruch der Legionärskrankheit in der Millionenmetropole sind in den vergangenen Wochen bereits rund 100 Menschen erkrankt, alle im Süden der Bronx.

In fünf Wasserkühltürmen in dieser Gegend wurden die Bakterien entdeckt.

Die Stäbchenbakterien kommen in Oberflächengewässern und im Grundwasser vor. Die Bakterien können die Lungen von Menschen befallen, wenn kleinste Wasserteilchen eingeatmet werden.

Häufige Infektionsquellen sind Duschen, Whirlpools oder Klimaanlagen. Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad Celsius bieten den Erregern ideale Bedingungen. In kühlerem Wasser vermehren sie sich nur langsam.

Wie gefährlich Legionellen werden können, hängt auch von der Empfindlichkeit der Betroffenen ab. Gefährdet sind vor allem Ältere, Raucher und Menschen mit geschwächtem Immunsystem. (dpa)

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Kommentare
Dr. Wolfgang P. Bayerl

Guter Beitrag; das interessante an diesen Legionellen ist tatsächlich,

dass man sich mit kontaminiertem Wasser waschen kann, man kann es auch trinken, auch Wundinfektionen sind äußerst selten, nur das Aerosol darf man nicht einatmen, auch Kerngesunde nicht (Dusche)! Das Problem gibt es selbstverständlich auch in Deutschland und es ist ein Problem von (älteren) Installationen, die nicht komplett durchströmt und hoch erhitzt werden können um diese Keime leicht abzutöten.
Weiter ist bemerkenswert, dass diese Aerosole tatsächlich durch die Luft große Entfernungen zurücklegen können, wie der Beitrag richtig beschreibt.
Siehe Legionellose-Ausbruch in Warstein 2013

Natürlich gibt es Länder, die deutlich weniger "hygienisch" kontrolliert sind wie eutschland :-)

Dr. Thomas Georg Schätzler

Unbedarfte "dpa"-Redaktion?

Die Deutsche Presseagentur (dpa) fällt immer wieder durch bildungsferne Beiträge auf: Die schlechte Qualität des dpa-Medizinjournalismus habe ich ja schon wiederholt kritisiert.

Aber was die dpa jetzt auch noch über die Wasserversorgung New Yorks kolportieren will, ist Dilettantismus und Unwissenheit in Reinkultur. US-Amerikaner kennen auch in ihren Millionen-Metropolen k e i n e im "alten Europa" übliche Druckwasserversorgung mit Frischwasser. Selbst auf den Dächern modernster Hochhäuser von New York City stehen meist aus grobem Holz gezimmerte Riesenfässer, in denen mühsam hochgepumptes Brackwasser vor sich hin schwappt und im Hochsommer (New York liegt auf dem Breitengrad von Neapel) für Legionellen optimale Kulturbedingungen schafft.

Mit "Wasser-k ü h l-türmen", wie dpa-Redakteure irren, haben diese aus der Not geborenen und in der Sonne auf Legionellen-Zieltemperatur von 25 bis 45 Grad aufgeheizten "Dachzisternen" nichts zu tun. Sollte die dpa mit "Wasserkühltürme" Wärmetauscher von Klimaanlagen meinen, liegt sie ebenfalls falsch: denn dann wird mit Kompression/Dekompression und Energieaufwand Kälte fürs Gebäude-I n n e r e erzeugt und als Abwärme nach außen abgegeben.

Diese Dach-Wassertürme sind einer der Gründe, weshalb New Yorker Kaffee oder Tee niemals mit Leitungswasser zubereiten. Und Legionellenbefall bei diesem mittelalterlich anmutenden Wasserversorgungssystem löst bei Älteren, Rauchern und Menschen mit geschwächtem Immunsystem berechtigte Ängste aus.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund


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