Direkt zum Inhaltsbereich

Liberalisierung des Abtreibungsrechts

Niederlande wollen Bedenkzeit vor Schwangerschaftsabbruch streichen

Bislang mussten zwischen der Entscheidung einer Frau für eine Abruptio und dem Eingriff in den Niederlanden mindestens fünf Tage vergehen. Das ändert sich jetzt.

Veröffentlicht:

Den Haag. Die Niederlande stehen vor einer Liberalisierung des Schwangerschaftsabbruchs. Die bisher gesetzlich vorgeschriebene Bedenkzeit von fünf Tagen für Frauen wird gestrichen. Eine große Mehrheit des Parlaments stimmte am Donnerstag in Den Haag einem entsprechenden Gesetzentwurf zu.

Einer der Initiatoren, der linksliberale Abgeordnete Jan Paternotte, sprach von einem historischen Beschluss. Zum ersten Mal in 40 Jahren gebe es eine Änderung, die für mehr Selbstbestimmungsrecht für Frauen sorge. Für die Gesetzesänderung stimmten 101 Abgeordnete, 38 waren dagegen. Das Gesetz muss noch von der Ersten Kammer des Parlaments angenommen werden. Ein Datum ist noch nicht bekannt.

Gemeinsame Entscheidung mit dem Arzt

Nach dem veränderten Gesetz entscheiden Arzt und Frau gemeinsam, wie lange die Bedenkzeit ist. Ein Abbruch kann aber auch bereits am selben Tag des Gesprächs mit dem Arzt stattfinden.

In den Niederlanden darf eine Schwangerschaft bis zur 24. Woche abgebrochen werden. Zu einem späteren Zeitpunkt ist das nur aus schwerwiegenden medizinischen Gründen erlaubt.

Die Koalition war in der Entscheidung gespalten. Während die Rechts- und Linksliberalen dafür stimmten, waren die beiden christlichen Koalitionsfraktionen dagegen. Sie befürchten, dass Frauen weniger gut über ihre Entscheidung nachdenken. Sie wollten auch die „Rechte des ungeborenen Lebens“ schützen.

Die Befürworter erklärten, dass die verpflichtete Bedenkzeit eine Bevormundung der Frau sei. Ärzte müssten auch nach wie vor ein Gespräch mit der Frau führen und feststellen, ob sie sich freiwillig und ohne Zwang für den Abbruch entschieden habe. (dpa)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Nationale Politik an Europas Gesundheitszielen ausrichten

© quantic69 | iStock

Politische Perspektive

Nationale Politik an Europas Gesundheitszielen ausrichten

Anzeige | CSL Behring GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

© Iuliia Petrovskaia | iStock

Dermatophyten-Infektionen

Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb.  1: Indikationsübergreifendens Therapie-Monitoring in den ersten Behandlungszyklen mit Ribociclib beim HR+/HER2- Brustkrebs

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Früher und metastasierter HR+/HER2- Brustkrebs

Einfach und konsistent: indikationsübergreifendes Therapie-Management mit Ribociclib

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Podcast Dr. Nele Frerksen-Kirschner

© Porträt: Dr. Nele Freerksen-Kirschner, Universitätsklinik Aachen | Hirn: grandeduc / stock.adobe.com

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Wechseljahresbeschwerden individuell behandeln

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gedeon Richter Pharma GmbH, Köln
Abb. 1: OS von Patientinnen mit Endometriumkarzinom und Mismatch-Reparatur-Profizienz bzw. Mikrosatellitenstabilität

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Primär fortgeschrittenes/rezidivierendes Endometriumkarzinom

Nachhaltiger Überlebensvorteil durch Immuntherapie plus Carboplatin-Paclitaxel

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Sie fragen – Experten antworten

Reiseimpfungen bei Kindern: Müssen Abstandsregeln eingehalten werden?

Risiko einschätzen und Lebensstil ändern

Diabetes und Vorhofflimmern: Das hilft gegen die gefährliche Kombi

Kasuistik

Der Fall eines Patienten mit MODY-Diabetes nach längerer Remission

Lesetipps
Ein Dermatologe mit blauen Handschuhen untersucht im Rahmen einer Hautkrebsvorsorgeuntersuchung die durch einen Kreis als auffällig markierten Muttermale auf dem Rücken eines Mannes.

© kinomaster / stock.adobe.com

Frage an die Ethiker

Darf der Intimbereich beim Hautkrebs-Screening ausgelassen werden?