Bürgerentscheid

Nordfriesische Krankenhäuser bleiben erhalten

Mehr als 48 Millionen Euro sollen in die Kliniken in Husum und Niebüll investiert werden.

Veröffentlicht: 10.05.2017, 10:00 Uhr

HUSUM. Die Nordfriesen haben sich per Bürgerentscheid mit großer Mehrheit für ein Klinikkonzept entschieden, das von einer breiten Parteien-Allianz im nordfriesischen Kreistag getragen wird. Damit steht fest, dass die kommunal getragenen Krankenhaus-Standorte in Husum, Niebüll und Wyk auf Föhr erhalten bleiben und zum Teil ausgebaut werden.

Die Pläne sehen Investitionen von über 48 Millionen Euro in die Häuser in Husum und Niebüll vor. Davon kommen 30 Millionen Euro vom Land. Die kürzlich in ein MVZ umgewandelte Klinik in Tönning bleibt dagegen geschlossen. Auch der von Mitgliedern der Initiative "Zukunft Grundversorgung" geforderte Neubau einer Klinik auf Sylt ist damit endgültig vom Tisch.

Die Initiative hatte die Schließung von Geburtsstationen im ländlichen Raum kritisiert und war gegen eine Zentralisierung medizinischer Leistungen aktiv geworden. Eigene Pläne sahen eine umfangreiche Stärkung der wohnortnahen Versorgung vor. Im nordfriesischen Kreistag waren sie mit ihrem Ansinnen aber genauso chancenlos wie auf Landesebene.

Im Kieler Gesundheitsministerium hätten die Pläne der Initiative keine Aussicht auf Erfolg gehabt – mit entsprechenden Folgen für Klinikplanung und damit für Investitionen aus Landesmitteln. Klinikchef Christian von der Becke hatte im Vorwege wiederholt auf die Folgen für sein Haus aufmerksam gemacht, wenn das Klinikum diese Investitionen nicht erhält.

Bei dem zusammen mit der Landtagswahl abgehaltenen Bürgerentscheid über das Klinikkonzept stimmten rund 87 Prozent der Wähler in Nordfriesland für das Konzept der Parteien-Allianz. Lokal erreichten die Kritiker aber Werte von über 40 Prozent. Besonders auf der Insel Föhr, wo der Kreis nur noch ein sehr begrenztes medizinisches Angebot vorhält und auch keine Investitionen plant, ist die Unzufriedenheit groß. In der Kreisstadt Husum dagegen, wo der Standort ausgebaut wird, lehnten nur sechs Prozent der Wähler das Konzept ab. (di)

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