Nordrhein friert Me-too-Liste ein

Die Mee-too-Liste war Nordrheins Antwort auf die steigenden Arzneiverordnungen. Nun wird sie nicht weiter fortgeschrieben. Grund ist das AMNOG und die frühe Nutzenbewertung.

Ilse SchlingensiepenVon Ilse Schlingensiepen Veröffentlicht:

KÖLN. In Nordrhein frieren die Krankenkassen und die KV (KVNo) die Me-too-Liste ein.

"Neue Präparate kommen nicht mehr auf die Liste, weil sie der frühen Nutzenbewertung nach dem AMNOG unterliegen", sagte der KVNo-Vorsitzende Dr. Peter Potthoff. Arzneimittel, bei denen der Patentschutz ausläuft, werden nicht länger aufgenommen.

Die Me-too-Liste wird vom Pharmakologen Professor Ulrich Schwabe im Auftrag der Kassen und der KVNo erstellt.

Auf ihr können niedergelassene Ärzte sehen, welche Präparate von Kassen und KV als Analogpräparate eingestuft werden, die nur dann verordnet werden sollten, wenn es keine preisgünstige Alternative gibt.

Seit einigen Jahren führt die Aufstellung auch Substitutionsmöglichkeiten auf. Mehrere Pharmahersteller haben in den vergangenen Jahren gegen die Liste geklagt.

"Beratung vor Regress" gilt weiterhin

Die jetzt gefundene Lösung sei ein Kompromiss, sagte Potthoff. "Ich wollte die Liste ganz abschaffen, aber das wollten die Kassen nicht." Andere Regionen könnten auch gut ohne eine solche Auflistung leben, sagte er.

Wie in den Vorjahren sieht die für 2012 ausgehandelte Arzneimittelvereinbarung vor, dass sich die Ärzte bei der Verordnung an Me-too-, Generika- und DDD-Quoten orientieren.

"Wer die in der Arzneimittelvereinbarung vorgegebenen Quotenziele einhält, bleibt von der Richtgrößenprüfung befreit." In Nordrhein bleibe es beim Prinzip Beratung vor Regress, so Potthoff. Wer die Quotenziele verfehlt, muss nicht automatisch mit Sanktionen rechnen.

Das vereinbarte Arzneimittelvolumen beträgt 3,306 Milliarden Euro für 2012, das sind 60 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. "Ich hätte gern ein bisschen mehr verhandelt, aber mehr war nicht drin", sagte Potthoff.

Das läge unter anderem an den Abschlüssen in anderen KVen, an denen sich die Krankenkassen orientiert hätten.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Arzneiforschung: Von Innovationen profitieren nicht nur Patienten, sondern immer auch die Gesellschaft als Ganzes.

© HockleyMedia24 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Nutzenbewertung

Arznei-Innovationen: Investition mit doppeltem Nutzen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa)
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Risikoadaptiertes Vorgehen

Lungenkrebs-Screening: Nach Rauchstopp erst später ins CT?

Lesetipps
Ein Mann mit naßgeschwitztem Gesicht und Hemd tupft sich mit einem Tuch die Stirn ab.

© Creatas / Thinkstock

Stufenschema

Das große Schwitzen: Strukturiert gegen Hyperhidrose vorgehen

Spritze zum Impfen mit Schriftzug

© Fiedels / stock.adobe.com

Hotline Impfen

Stellen Sie Ihre Fragen zum Impfen!