Hilfe für Ersthelfer

Notfallboxen sollen Leben retten

Unfallchirurgen wollen ein Netz von Notfallboxen an öffentlichen Orten etablieren, damit Ersthelfer nach Terroranschlägen oder Unfällen mit vielen Verletzten schnell eine geeignete Ausrüstung zur Hand haben.

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Bevor Sanitäter vor Ort sind, versuchen Laien oft ihr Möglichstes. Notfallboxen sollen sie dabei künftig unterstützen.

Bevor Sanitäter vor Ort sind, versuchen Laien oft ihr Möglichstes. Notfallboxen sollen sie dabei künftig unterstützen.

© MoiraM / stock.adobe.com

BERLIN. Bei Terroranschlägen, Amokläufen und Unfällen mit vielen Verletzten sollen Ersthelfer in Zukunft Zugang zu geeigneter Ausrüstung haben: Unfallchirurgen wollen ein Netz von Notfallboxen an öffentlichen Orten etablieren – ähnlich wie bei Defibrillatoren gegen Herz-Kreislaufstillstand.

Am Donnerstag soll die erste sogenannte Traumabox mit Materialien zum Stoppen von Blutungen symbolisch dem Haus der Chirurgie in Berlin-Mitte übergeben werden. Das kündigte die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) an. Geeignete Orte für die Boxen seien etwa Flughäfen, Bahnhöfe und Einkaufszentren.

Enthalten sind darin eine Art Gürtel zum Abbinden starker Blutungen an Armen und Beinen und saugfähiger Druckverband, dazu eine bebilderte Anleitung. Damit könnten Laien keinen Schaden anrichten, sondern die Überlebenschancen der Opfer vor dem Eintreffen von Profis bedeutend erhöhen, sagte DGU-Generalsekretär Dietmar Pennig. Häufig zähle hoher Blutverlust zu den Todesursachen bei Verletzten, etwa nach Unfällen, Schüssen oder Explosionen.

Die DGU und die Deutsche Traumastiftung appellieren an Unternehmen, Bund, Länder, Kommunen und Gemeinden, die Boxen bereitzustellen, obwohl es – anders als bei Defis – keine gesetzliche Pflicht gibt. Deutschland wäre damit international Vorreiter, sagte Pennig. (dpa)

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