Direkt zum Inhaltsbereich

Erste Risse im COVID-19-Schutzschirm

Nur ein Corona-Kredit für Zahnärzte?

Kliniken, Ärzte und Therapeuten sollen wegen der Corona-Pandemie einen finanziellen Ausgleich bekommen. Doch der Finanzminister hat noch Redebedarf – die Zahnärzte betreffend.

Thomas HommelVon Thomas Hommel Veröffentlicht: | aktualisiert:
Leere Behandlungszimmer wegen Corona: Eigentlich sollten auch die Zahnärzte Hilfe durch den Rettungsschirm erhalten.

Leere Behandlungszimmer wegen Corona: Eigentlich sollten auch die Zahnärzte Hilfe durch den Rettungsschirm erhalten.

© Walenga Stanislav / stock.adobe.com

Berlin. Der von der Bundesregierung über Kliniken, Ärzten und Therapeuten aufgespannte milliardenschwere Rettungsschirm bekommt erste Risse. Erwischt hat es offenbar die Zahnärzte.

Bericht: Widerspruch aus dem Hause Scholz

Nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Montagsausgabe) macht das Finanzministerium in einer „Stellungnahme“ derzeit Front gegen die von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorgelegten Pläne für gesonderte Corona-Hilfen für die bundesweit rund 72 .000 tätigen Zahnärzte.

Laut dem von Spahn vorgelegten Entwurf für eine Verordnung „Schutzschirm für weitere Gesundheitsberufe und Einrichtungen“ sollen die Zahnärzte in diesem Jahr 90 Prozent der Honorare des vergangenen Jahres als Liquiditätshilfe erhalten. Ende 2020 sollen sie 30 Prozent der zu viel gezahlten Summe einbehalten können, so der Spahn-Plan. Die Leistungen sollen aus der Reserve des Gesundheitsfonds vorfinanziert und vom Bund anschließend erstattet werden.

Soll Finanzhilfe als Kredit ausgezahlt werden?

Laut FAZ geht Finanzminister Olaf Scholz (SPD) bei dem Vorhaben jedoch auf die Barrikaden. Ein Kompromiss sehe vor, dass das Honorar zwar an die Zahnärzte gezahlt wird, schreibt das Blatt. Dies solle aber in Form eines Kredites geschehen, der bis 2022 zurückerstattet werden muss.

Die Zeitung verweist in diesem Zusammenhang auf eine Stellungnahme des Bundesfinanzministeriums zum ursprünglichen Spahn-Entwurf, wonach die Regelung mit „nicht näher quantifizierbaren“ Mehrausgaben für die gesetzlichen Krankenkassen verbunden sei.

Der Chef der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), Dr. Wolfgang Eßer, reagierte mit Unverständnis. Trete die Verordnung so in Kraft wie in der FAZ dargestellt, „würde der Versuch der Politik, die massiven negativen Auswirkungen der Corona-Krise für die vertragszahnärztliche Versorgung in Deutschland abzufedern, komplett verfehlt“.

In diesem Fall handele es sich aber nicht mehr um einen Schutzschirm für seine Kollegen, sondern lediglich um einen Kredit, der in den nächsten zwei Jahren mit viel Bürokratieaufwand vollständig zurückgezahlt werden müsste, kritisierte Eßer am Montag. „Damit würde die Krise für die zahnärztlichen Praxen nur verlängert.“

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Zeitaufwand pro Verabreichung von Natalizumab s.c. bzw. i.v.

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [9]

Familienplanung und Impfen bei Multipler Sklerose

Sondersituationen in der MS-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Biogen GmbH, München
Protest vor dem Bundestag: Die Aktionsgruppe „NichtGenesen“ positionierte im Juli auf dem Gelände vor dem Reichstagsgebäude Rollstühle und machte darauf aufmerksam, dass es in Deutschland über drei Millionen Menschen gebe, dievon einem Post-COVID-Syndrom oder Post-Vac betroffen sind.

© picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Symposium in Berlin

Post-COVID: Das Rätsel für Ärzte und Forscher

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung

Symposium der Paul-Martini-Stiftung

COVID-19 akut: Früher Therapiestart effektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

„ÄrzteTag“-Podcast

Wie kommuniziert man Zahlen und Risiken verständlich, Dr. Lühnen?

Medizin aus dem Kochtopf

Wie Ernährung die altersbedingte Makuladegeneration beeinflusst

Lesetipps
Schatten eines übergewichtigen Menschen an einer Wand.

© Luluraschi / stock.adobe.com

Fettleibigkeit beginnt im Gehirn

Adipositas: Wechselspiel zwischen Genetik, Hirn und Mikrobiom

Fußballfans im Stadion jubeln.

© Jacob Lund / stock.adobe.com

Anpfiff fürs Herzrasen

Gefährlich emotional: Wenn Fußball aufs Herz geht