Berufspolitik

Osteologen wollen Frauen mit Osteoporose frühzeitig helfen

In Westfalen-Lippe soll eine integrierte Versorgung etabliert werden - jetzt sind die Krankenkassen am Zug.

Veröffentlicht: 26.10.2010, 05:00 Uhr
Osteologen wollen Frauen mit Osteoporose frühzeitig helfen

Aufklärung am Schulterskelett: Osteologen in Westfalen-Lippe wollen einen IV-Vertrag für Osteoporose anbieten.

© blickwinkel / imago

KÖLN (iss). Durch die leitliniengerechte Therapie und Diagnostik und die interdisziplinäre Zusammenarbeit wollen Osteologen in Westfalen-Lippe die Versorgung von Frauen mit Osteoporose deutlich verbessern. Sie haben ein Modell zur integrierten Versorgung entwickelt, das sie jetzt den Krankenkassen anbieten.

"Wir haben ein abgerundetes Konzept, das auch die Prävention und die Rehabilitation umfasst", sagt Dr. Ulrich Frohberger, Orthopäde in Münster und erster Vorsitzender des Bundes der Osteologen Westfalen-Lippe (BdOWL).

Der BdOWL hat 140 fachärztliche Mitglieder, 110 weitere stehen kurz vor dem Eintritt. Es beteiligen sich Orthopäden, Rheumatologen, Gynäkologen, Chirurgen und Endokrinologen. "Es sind alle dabei, die mit dem Krankheitsbild Osteoporose zu tun haben", sagt Frohberger.

Am integrierten Versorgungsmodell, das die Osteologen über zwei Jahre entwickelt haben, sollen neben den Fachärzten die Hausärzte sowie Physio- und Ergotherapeuten mitwirken. "Gerade den Hausärzten kommt eine zentrale Rolle zu", sagt er.

Da sie die Familiengeschichte vieler Patientinnen und ihre Risikofaktoren kennen, könnten sie gezielt Frauen ansprechen, die eine hohe Wahrscheinlichkeit haben, an Osteoporose zu erkranken.

"Nach der Anamnese und ersten Untersuchungen können die Hausärzte die Frauen gezielt an osteologische Praxen überweisen." Die Arzneimittel-Verordnungen sollen über die Osteologen erfolgen, damit das Budget der Hausärzte nicht belastet wird.

"Es ist wichtig, dass wir die Frauen erreichen, bevor sie die erste Fraktur erleiden", betont Frohberger. Die an der Behandlung Beteiligten werden anonymisierte Behandlungsdaten wie Labor- und klinische Parameter, die Medikation und Angaben zur Sturzprophylaxe an das bundesweite Osteoporose-Register übermitteln.

"Damit kann man sehen, ob und mit welchem Erfolg leitliniengerecht behandelt wurde." Der Verband hat bereits damit begonnen, die Ärzte in der Nutzung der Dokumentationssoftware zu schulen. Auch für die Praxismitarbeiterinnen gibt es spezielle Schulungen für die Koordinationstests und das Sturzassessment.

Der BdOWL hat Gespräche mit großen Kassen aufgenommen. Frohberger zeigt sich optimistisch, dass der Verband sie mit dem Konzept überzeugen kann. Schließlich führe es nicht nur zu einer besseren Lebensqualität, sondern senke auch die Kosten - durch die Vermeidung von Frakturen und Folgebehandlungen.

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