Patienten aus Osteuropa überfordern die Briten

LONDON (ast). In Großbritanniens staatlichem Gesundheitsdienst herrscht eine neue Versorgungskrise. Britische Hausarztpraxen und Krankenhäuser des staatlichen Gesundheitsdienstes (National Health Service, NHS) haben offenbar Probleme, Zuwanderer aus Polen und anderen neuen EULändern medizinisch zu versorgen.

Veröffentlicht:

Der Grund für die Krise ist nach Angaben des Londoner Gesundheitsministeriums die hohe Zahl der seit 2004 nach Großbritannien zugewanderten EU-Bürger.

Hintergrund für die Versorgungskrise in der staatlichen Primärmedizin: das Londoner Gesundheitsministerium hatte die Zahl der neu nach Großbritannien kommenden Arbeitskräfte ursprünglich auf 150 000 geschätzt. Tatsächlich kamen allerdings bis heute mehr als 700 000 Zuwanderer, um in Großbritannien zu leben und zu arbeiten.

Die Folge der unerwarteten Einwanderungswelle ist, dass die NHS-Primärarztpraxen und Krankenhäuser nicht genug Geld zugewiesen bekommen, um die neuen Patienten zu behandeln. EU-Patienten haben im Königreich das Recht, kostenlos auf Staatskosten therapiert zu werden.

"Wir sind überfordert. Unser Budget reicht nicht aus, um alle Patienten ausreichend zu versorgen", sagte ein NHS-Allgemeinarzt aus dem südenglischen Slough. Zwei Drittel der seit 2004 nach Großbritannien eingewanderten Arbeitskräfte kommen aus Polen, so das Londoner Gesundheitsministerium.

Der britische Ärztebund (British Medical Association, BMA) bezeichnete die Versorgungslage in den Einwanderungs-Hochburgen wie Slough als "kritisch". Viele Hausarztpraxen seien nicht länger in der Lage, neue Patienten aufzunehmen. Diesen Patienten bleibe dann nichts anderes übrig als im Krankheitsfall in die Notaufnahme des nächsten Krankenhauses zu gehen. Auch dort gebe es inzwischen "große Versorgungsengpässe".

Gesundheitsminister Alan Johnson wurde aufgefordert, die Budgets zu überprüfen. Hausarztpraxen und Kliniken in Landesteilen mit überdurchschnittlich hohen Einwanderungszahlen sollten zusätzliche Mittel aus dem Gesundheitsetat zugewiesen bekommen, so die BMA.

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Zwei Empfehlungen mehr

WHO aktualisiert Europäischen Kodex gegen Krebs

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Ein Medikament unter vielen, das wenigen hilft? 2400 Wirkstoff-Kandidaten in der EU haben den Orphan-Drug-Status.

© artisteer / Getty Images / iStock

Wirkstoff-Kandidaten mit Orphan-Drug-Status

Orphan Drugs – Risiken für ein Modell

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa)
Ein junges Mädchen wird geimpft – gegen HPV? (Symbolbild mit Fotomodellen)

© milanmarkovic78 / stock.adobe.com

Vision Zero Onkologie

Die Elimination des Zervixkarzinoms

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vision Zero e.V.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Ergänzung zu Antibiotika?

Mit intravaginaler Ascorbinsäure gegen bakterielle Vaginose

Review

RAS-Blocker präoperativ eher nicht absetzen?

Lesetipps
Ein Mann schwimmt in einem Schwimmbecken.

© TeamDF / stock.adobe.com

Umbrella-Review

Welcher Sport bei Depression und Angststörung am besten hilft