Brandenburg

Patientenlenkung mit Bereitschaftspraxis funktioniert

Bei dem Vorhaben, eine Notdienstversorgung mit zentraler Patientensteuerung zu etablieren, sieht sich die KV Brandenburg durch ihre Bereitschaftspraxis in Königs Wusterhausen bestätigt.

Von Julia FrischJulia Frisch Veröffentlicht:

POTSDAM. Mehr als 4000 Patienten wurden im vergangenen halben Jahr in der KV RegioMed-Bereitschaftspraxis, die räumlich direkt an die Notfallambulanz des Achenbach-Krankenhauses angebunden ist, ambulant versorgt. Sowohl die KV Brandenburg als auch die Geschäftsführung des Dahme-Spree-Klinikums, zu dem das Achenbach-Krankenhaus gehört, zeigten sich mit dieser Halbjahres-Bilanz zufrieden.

Auch die zentrale Patientensteuerung funktioniert nach Ansicht aller Beteiligten. In der Region Königs Wusterhausen hat erstmals die KV die Disposition der Anrufe übernommen. Das heißt, medizinisch geschultes Personal der KV bewertet die Patientenanliegen, die außerhalb der üblichen Praxissprechzeiten über die bundesweite Bereitschaftsnummer 116.117 angetragen werden.

2000 Anrufe zählte die KV in den vergangenen sechs Monaten. Rund ein Viertel der Anrufer wurde in die KV RegioMed-Bereitschaftspraxis gelenkt. An den bereitschaftsdiensthabenden Arzt wurden 34 Prozent für eine telefonische Abklärung des Anliegens vermittelt. Möglicherweise lebensbedrohliche Notfälle wurden direkt an die integrierte Regionalleitstelle (112) weitergeleitet.

"Die KV RegioMed-Bereitschaftspraxis in Königs Wusterhausen und die Koordination der Patienten über die 116.117 sind ein voller Erfolg", sagte Dipl.-Med. Andreas Schwark, stellvertretender Vorsitzender der KV, bei einem Ortstermin anlässlich der Vorstellung der Halbjahres-Bilanz.

"Patienten erhalten die Hilfe, die sie akut benötigen, und gleichzeitig wird der ärztliche Bereitschaftsdienst entlastet", sagte Schwark. Ohne das Engagement der regionalen Partner wie das Achenbach-Krankenhaus sei dies nicht möglich.

"Dieses Konzept ist für uns als Klinikum eine sinnvolle Ergänzung. Patienten, die hierher kommen, haben schnell Kontakt mit unserem medizinischen Personal, das entscheidet, wer in der KV-Praxis und wer in der Notfallambulanz am besten versorgt ist", sagte Michael Kabiersch, Geschäftsführer des Klinikums Dahme-Spreewald. Laut Dr. Benno Bretag, Chefarzt der Notfallambulanzen, seien für die Patienten klare Verbesserungen entstanden: zum einen kürzere Wartezeiten, zum anderen bedarfsgerechtere Versorgung.

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