Direkt zum Inhaltsbereich

Pflegewissenschaftler

Pflege braucht die Akademisierung

Die Pflege-Fachexperten von morgen kommen ohne Studium nicht aus, findet Professor Stefan Görres. Der Pflegewissenschaftler ist der Ansicht, dass auch viele Ärzte längst vom Pflegestudium überzeugt sind.

Veröffentlicht:

BREMEN (cben). Pflege braucht die Akademisierung, meint der Pflegewissenschaftler Professor Stefan Görres vom Institut für public health und Pflegeforschung in Bremen.

Die ablehnende Haltung der Bundesärztekammer zu einer Empfehlung des Wissenschaftsrates vom 13. Juli gebe "nicht die Haltung aller Ärzte" wider, sagte Görres der "Ärzte Zeitung".

Der Wissenschaftsrat hat sich für eine teilweise Akademisierung der Gesundheitsfachberufe ausgesprochen. Demnach sollen etwa zehn bis 20 Prozent eines Ausbildungsjahrganges mit einem Bachelor-Abschluss zur unmittelbaren Tätigkeit am Patienten und zur eigenständigen Mitarbeit in professionellen Teams befähigt werden.

Eine Qualitätsverbesserung der normalen dreijährigen Pflegeausbildung als Alternative zum Pflege-Studium sieht Görres als Irrweg.

"Die Studienlage zur Akademisierung der Pflege zeigt einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Qualität und Outcome", sagte Görres.

So belegten Untersuchungen, dass etwa die Zahl von Harnwegsinfektionen, Pneumonien oder Thrombosen bei Patienten sinke, je mehr Pflege-Fachexperten am Werk gewesen seien.

Studien aus den USA zeigten, dass "zehn Prozent mehr Pflegeexpertinnen mit BA-Abschlüssen das Risiko, innerhalb von 30 Tagen im Hospital zu sterben, um rund fünf Prozent senken".

"Es geht um die Geldtöpfe"

Das Know-how studierter Schwestern und Pfleger sei nur im Studium vermittelbar. "Das Wissen in der Pflege ist so stark gewachsen, dass es unmöglich in der dreijährigen Ausbildung noch Platz findet."

Dass die Bundesärztekammer sich zurückhaltend zum Pflegestudium positioniert, findet Görres nachvollziehbar, wenn auch nicht aus inhaltlichen Gründen. "Da geht es auch um Geldtöpfe."

Allerdings seien viele Ärzte längst vom Pflegestudium überzeugt. Am Schluss werde der Markt entscheiden: Diejenigen Kliniken würden die Nase vorn haben, die viele studierte Pflegekräfte haben.

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Elternzeit, Krankheitsvertretung und Co.

Befristete Arbeitsverträge: Welche Fehler Sie vermeiden sollten

Ernährungsberatung

Schilddrüse: Vegane Ernährung verschärft Jodmangel

Übergriffiges Verhalten im Gesundheitswesen

Medizinstudentin zu sexueller Belästigung: „Ich möchte beim Ärztetag nicht mit ,Hase‘ angesprochen werden“

Lesetipps
Ein Stapel mit vielen Büchern

© Frank Rumpenhorst/dpa

State-of-the-Art

Was in den Praxisempfehlungen und Leitlinien der DDG neu ist

Blick über die Schulter eines Trompeters, der ein Konzert spielt.

© Kitreel / Stock.adobe.com

Vielfalt der Musikermedizin

Ihr Patient ist Musiker? Was dann relevant werden könnte