Arzneimittelpolitik

Pharma-Prognose 2011: China boomt sich auf Platz 3

Zwischen fünf und sieben Prozent wird der Welt-Pharmamarkt 2011 wachsen. Spitzenreiter ist China mit 25 Prozent.

Veröffentlicht: 13.10.2010, 05:00 Uhr

FRANKFURT (HL). Der Weltmarkt für Arzneimittel wird im kommenden Jahr 880 Milliarden US-Dollar erreichen. Damit würde sich das Wachstum auf fünf bis sieben Prozent leicht beschleunigen, so die Prognose des Marktforschungs-Unternehmens IMS Health in Frankfurt.

Die Entwicklung des Arzneimittelmarktes ist allerdings je nach Weltregion und Produktportfolio der Unternehmen extrem unterschiedlich.

Die reifen Länder, vor allem die europäischen Märkte und Kanada, werden im Schnitt nur noch um ein bis drei Prozent wachsen. Mit drei bis fünf Prozent entwickelt sich der US-Markt etwas dynamischer und bleibt mit einem Volumen von 320 bis 330 Milliarden Dollar mit Abstand der größte Markt. In all diesen Ländern greift jedoch die Politik mit Kostendämpfungsinstrumenten ein und beschränkt die Wachstumsdynamik.

Dagegen boomen die Märkte in den jungen Industrienationen. IMS prognostiziert für sie ein Wachstum von 15 bis 17 Prozent auf 170 bis 180 Milliarden Dollar. In diesen Ländern geben die Regierungen überproportional wachsende Teile ihrer Budgets für Gesundheit aus; sowohl öffentliche wie private Versicherungen wachsen.

Mit am dynamischsten entwickelt sich der Markt in China mit einem Plus von 25 bis 27 Prozent. Nach den USA und Japan wird Chinas Pharmamarkt mit 50 Milliarden Dollar der weltweit drittgrößte werden.

Für einzelne Unternehmen wird 2011 ein Jahr der Herausforderungen, weil Blockbuster Generikakonkurrenz bekommen. Betroffen davon ist ein Umsatz von 30 Milliarden Dollar in den reifen Märkten. Allein in den USA werden Lipitor®, Plavix®, Zyprexa® und Levaquin® mit einem Umsatz von 17 Milliarden Dollar patentfrei. Andererseits steht der Launch von fünf potenziellen Blockbustern mit einem Umsatz von je einer Milliarde Dollar pro Jahr bevor.

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