Politik-Alarm um den Mangel an Hausärzten

HANNOVER (cben). Niedersachsens Sozialministerium Mechthild Ross-Luttmann (CDU) bringt sich in Stellung und hat eine "Zukunftsdebatte" zur hausärztlichen Versorgung angemahnt.

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Wenige Tage vor der Gesundheitsministerkonferenz der Länder in der kommenden Woche in Plön und angesichts alarmierend sinkender Hausarztzahlen in Niedersachsen gab sie bekannt, sie wolle eine "Zukunftsdebatte" zur hausärztlichen Versorgung in Niedersachsen beginnen, in der es "keine Tabus" geben dürfe.

"Hausärzte sind unersetzliche Vertrauenspersonen für Patientinnen und Patienten", sagte die Ministerin. Es gelte deshalb, den Hausarztberuf attraktiver zu machen. Zentral sei die wohnortnahe Versorgung der Menschen im ländlichen Niedersachsen, hieß es.

Ineffiziente Arbeitsabläufe sollen abgestellt werden und hierarchische Strukturen überdacht, sonst werde die Verknappung des ärztlichen Personals zum eigentlich existenzgefährdenden Faktor für die wohnortnahe Versorgung, sowohl bei niedergelassenen Ärzten als auch bei Kliniken.

Ärzteverbände, Kommunen, das Wissenschaftsministerium und das Gesundheitsministerium sollen sich in der Zukunftsdebatte engagieren, fordert die Ministerin. "Ich erwarte auch innerhalb der Ärzteverbandsvertreter den Willen zu flexiblen und patientenorientierten Lösungen", sagte Ross-Luttmann.

Die KV Niedersachsen "begrüßt das Angebot" erklärte Detlef Haffke, Sprecher der KV. Erst kürzlich hat KVN mitgeteilt, dass Niedersachsen in zwölf Jahren 1000 Hausärzte zu fehlen drohen. Die Zahlen seien dem Ministerium übermittelt worden. Über die Zukunft des Hausarztberufes wird voraussichtlich auch auf der Konferenz der Ländergesundheitsminister (GMK) in der kommenden Woche in Plön beraten werden. Die GMK hatte im Jahr 2007 das Gutachten "Die Primärversorgung in Deutschland im Jahr 2020" in Auftrag gegeben.

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