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Zentralinstitut der KBV

Portalpraxen an allen Kliniken "Wunschtraum"

Das Konzept der Portalpraxen lässt sich nach Berechnungen des ZI nur realisieren, wenn sie sich auf 300 bis 500 Kliniken konzentrieren.

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BERLIN. Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (ZI) warnt vor gesundheitspolitischen "Wunschträumen", an allen derzeit an der Notfallversorgung teilnehmenden 1600 Krankenhäusern Portalpraxen realisieren zu wollen. Das sei weder kosten- noch personalmäßig zu schaffen, zeigten Modellrechnungen.

Beispiel Hausärzte: Wollte man an allen 1600 Klinikstandorten Zweischicht-Dienste von 7 bis 23 Uhr mit Hausärzten besetzen, so würde dies den 55.400 Hausärzten 21 Dienste im Jahr abverlangen. Jeder Hausarzt müsste also nahezu jede zweite Woche einen Dienst absolvieren.

ZI-Chef Dr. Dominik von Stillfried: "Eine solche Zusatzbelastung angesichts des ohnehin schon bestehenden Mangels an hausärztlichem Nachwuchs ist nicht durchsetzbar." Bei einem Stundenhonorar von 100 Euro würde sich – unter Einschluss weiterer Personal- und Sachkosten ein Aufwand von 1,7 Milliarden Euro zusätzlich ergeben.

Das ZI plädiert – gestützt auf Modellrechnungen des Gesundheitsökonomen Professor Reinhard Busse – für 300 bis 500 Kliniken mit Portalpraxen. Davon sollten 90 bis 100 Standorte auch einen fachärztlichen Bereitschaftsdienst vorhalten. Diese Portalpraxen müssten eine Gatekeeper-Funktion für den Zugang zur stationären Versorgung haben. (HL)

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