KV Westfalen-Lippe

Praxis-Ärzte durch INZ zu stark belastet?

Rund-um-die-Uhr-Versorgung von Notfallpatienten in INZ parallel zur vertragsärztlichen Regelversorgung, das ist laut der KV Westfalen-Lippe kaum stemmbar.

Veröffentlicht: 05.03.2020, 16:14 Uhr

Dortmund. Die im Notfallreformgesetz vorgesehene Rund-um-die-Uhr-Versorgung von Notfallpatienten durch Integrierte Notfallzentren (INZ), die parallel zur vertragsärztlichen Regelversorgung laufen soll, würde zu einer nicht tragbaren Belastung der niedergelassenen Ärzte führen. Davor warnt der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, Dr. Dirk Spelmeyer.

„Allein von unseren Ärzten in Westfalen-Lippe müssten 70.000 zusätzliche Dienste gewährleistet werden“, sagte er auf der Vertreterversammlung in Dortmund. Das sei nicht zu stemmen, ist Spelmeyer überzeugt. Zudem: „Die Ausweitung während der Sprechstundenzeit konterkariert das Ansinnen einer flächendeckenden ärztlichen Versorgung.“ Das betreffe insbesondere Hausärzte.

Kassen sollten Vorhaltekosten übernehmen

Die KVWL macht sich dafür stark, dass die Kassen die Vorhaltekosten für die Infrastruktur und das Personal in den INZ tragen, und zwar unabhängig von der Zahl der behandelten Patienten. Es sei nicht Aufgabe der niedergelassenen Ärzte, den Notdienst zu finanzieren, betonte Spelmeyer. „Sämtliche ärztlichen Leistungen im INZ müssen außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung vergütet werden“, lautet eine weitere Forderung. Das gelte für Bereitschaftsdienst, fachspezifischen Bereitschaftsdienst und telemedizinische Inanspruchnahme.

In den nächsten Wochen werde sich zeigen, ob die Bedenken und Einsprüche aller Beteiligten im Gesundheitswesen Wirkung in der Gesetzgebung zeigen. Für den KVWL-Chef ist klar: „Wir wollen nach wie vor ein Mitspracherecht bei massiven Veränderungen an der Notfallversorgung behalten.“ (iss)

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