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"Priorisierung ist ein Thema, das alle angeht"

Ärzte aus Klinik und Praxis sowie Vertreter der Industrie forderten auf einer Veranstaltung in Dresden eine gesellschaftliche Debatte über Priorisierung.

Von Katlen Trautmann Veröffentlicht:
Der Gesundheitsfonds als Allheilmittel für alle Probleme des Gesundheitssystems. Daran haben nicht nur Experten große Zweifel.

Der Gesundheitsfonds als Allheilmittel für alle Probleme des Gesundheitssystems. Daran haben nicht nur Experten große Zweifel.

© Foto: imago

DRESDEN. In einer "Dresdner Erklärung" rügen Ärzte aus Klinik und Praxis sowie Vertreter der Industrie den bloßen "Trend zur Verwaltung der vermeintlichen Knappheit" und sie fordern stattdessen, die vorhandenen Engpässe zu beseitigen. Die Unterzeichner des Thesenpapiers, das vom Universitätsklinikum Dresden, dem Carus Consilium Sachsen und GSK Strategy Consultants initiiert wurde, schlagen einen radikalen Strukturwandel vor.

Beim sogenannten Lübecker Symposium in der sächsischen Landeshauptstadt ging es den Teilnehmern nicht um die bloße Forderung nach mehr Geld, sondern darum, Leitlinien für die Krankenversorgung der Zukunft zu entwickeln. Mehr Offenheit auf seiten der Politiker sei dafür unabdingbar, hieß es. "Reine Budgetierung kann es nicht sein. Wir brauchen eine grundsätzliche Weichenstellung", sagte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Dr. Rudolf Kösters. Die Politik müsse mit "offenem Visier" kämpfen, andernfalls würden die Missstände auf dem Rücken der Menschen ausgetragen, die im Gesundheitswesen arbeiten. Der Medizinische Vorstand der Uniklinik Dresden, Professor Michael Albrecht, bezeichnete das Thema Priorisierung als "Problem, das die gesamte Bevölkerung" angehe. Auch Hartmut Knippscheer vom Diakonischen Werk Martinshof Rothenburg (Ostsachsen) sprach sich für eine gesamtgesellschaftliche Diskussion über dieses Thema aus. Der Martinshof vereint ein MVZ und Pflege- sowie Arbeitsplätze für alte oder behinderte Menschen.

Eingriffe des Staates drohten, wenn die dezentrale Versorgung versage, prophezeiten einige Teilnehmer des Symposiums. Der Staat werde in diesem Fall nicht daran vorbeikommen, regulierend einzugreifen, sagte Knippscheer. Die Patienten könnten sich dann womöglich auch das DDR-System zurückwünschen. Damals legte der Staat fest, wo ein Arzt nach dem Studium zu arbeiten hatte.

Es gab aber auch durchaus auch Befürworter staatlicher Eingriffe. "Ich kann nur davor warnen, den Ärztemangel dem Spiel der freien Kräfte zu überlassen. Ein gewisses Regulativ muss es geben", sagte zum Beispiel der Vize-Geschäftsführer der Salzlandkliniken in Sachsen-Anhalt, Peter Löbus.

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