Gesundheitspolitik international

Privatisierung in England durch die Hintertür?

LONDON (ast). In Großbritannien wächst der Widerstand gegen Pläne der Regierung, im staatlichen Gesundheitsdienst (NHS) mehr Polikliniken einzuführen. Die britische Ärzteschaft fürchtet eine "Privatisierung des NHS durch die Hintertür", da viele der Kliniken von Privatunternehmen betrieben werden.

Veröffentlicht: 28.05.2009, 05:00 Uhr

Gesundheitsminister Alan Johnson wünscht sich die Einrichtung von "mehr als 100 Polikliniken" in den kommenden drei Jahren. Die Polikliniken sollen kleine Hausarztpraxen ersetzen. Der staatliche Primärarztsektor soll damit modernisiert werden. Gesundheitspolitische Beobachter rechnen damit, dass langfristig hunderte weitere Kliniken folgen könnten. Freilich: "Private Klinikbetreiber haben nicht in erster Linie das Wohlergehen der Patienten im Sinn", so ein Sprecher des britischen Ärztebundes "British Medical Association" vor Journalisten in London.

Die ersten britischen Polikliniken sind inzwischen geöffnet. Die Erfahrungen sind laut Patientenorganisation "Patients Association" (PA) "gemischt". Im Londoner Stadtteil Camden ersetzt die neu eröffnete Poliklinik vier kleinere Hausarztpraxen - Patienten protestierten dagegen. Sie berichten über lange Wartezeiten und über den Verlust von Patientenakten. Auch große Konzerne wie "Virgin" erwägen nun, in das Geschäft mit primärärztlichen Leistungen einzusteigen.

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