Privatpatienten bekommen häufig Generika

Von wegen nur Originalia für PKV-Versicherte: Auch bei Privatpatienten nutzen Ärzte zunehmend die Einsparmöglichkeiten durch Generika. Vor allem bei Erstverordnungen.

Veröffentlicht:
Privatrezept: Immer häufiger stehen Generika drauf.

Privatrezept: Immer häufiger stehen Generika drauf.

© lolipep / fotolia.com

KÖLN (iss). Niedergelassene Ärzte greifen bei der Verordnung von Arzneimitteln für Privatpatienten häufig auf Generika zurück, wenn auch seltener als bei gesetzlich Versicherten.

Das zeigt eine aktuelle Untersuchung des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP). "In der PKV liegt die Generikaquote bei Erstverordnungen bei 65 Prozent und bei Versicherten, die eine längerfristige Arzneimitteltherapie erhalten, bei 48,7 Prozent", schreibt Autor Dr. Frank Wild.

"Damit nutzt die PKV die Einsparmöglichkeiten von Generika vor allem bei Personen, die neu auf einen Wirkstoff eingestellt werden."

In die Studie hat er pseudonymisierte Daten von zwei mittelgroßen PKV-Unternehmen mit zusammen 470.000 PKV-Versicherten einbezogen. Für die Jahre 2007 bis 2010 lagen jeweils vier Millionen Arzneimittelverordnungen vor.

Pantoprazol liegt bei der Menge an der Spitze

Die Analyse umfasst neun Wirkstoffe: Amlodipin, Bicalutamid, Fentanyl, Metoprolol, Mirtazapin, Omeprazol, Pantoprazol, Tamsulosin und Venlafaxin. Die mit Abstand am meisten verschriebene Substanz war dabei Pantoprazol.

"Bis auf den Wirkstoff Omeprazol, der über den gesamten Beobachtungszeitraum stabil eine hohe Generikaquote aufweist, ist bei allen Wirkstoffen die Generikaquote im betrachteten Zeitraum kontinuierlich angestiegen", schreibt Wild.

2010 betrug die Bandbreite 28 Prozent (Metoprolol) bis 92 Prozent (Omeprazol). Zum Vergleich: In der GKV lagen die Quoten zwischen 80 Prozent (Venlafaxin) und 99 Prozent (Amlodipin und Omeprazol).

Wild kommt in seiner Untersuchung zu dem Ergebnis, dass die insgesamt niedrigere Generikaquote in der PKV daran liegt, dass die Ärzte bei Privatpatienten seltener vom Original zum Generikum umstellen.

Bei Pantoprazol, Venlafaxin und Bicalutamid erhielten auch ein Jahr nach Ablauf des Patentschutzes noch teilweise deutlich weniger als die Hälfte das Generikum statt wie zuvor das Original.

Bei Erstverordnungen greifen die Ärzte dagegen häufiger zum preiswerteren Nachahmerpräparat, so Wild.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

1. Deutscher Präventionsgipfel

Wissenschaftler und Politiker fordern: Mehr Prävention wagen!

Kooperation | In Kooperation mit: AOK-Bundesverband

Debatte um Primärversorgung

HzV in Baden-Württemberg: Dort regiert die ganz große Koalition

Das könnte Sie auch interessieren
Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

© KVNO

Schnell und sicher

Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

Anzeige | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
 Shabnam Fahimi-Weber

© Jochen Tack

Einsatz im Kriegsgebiet

Essener HNO-Ärztin hilft Menschen im Iran via Telemedizin

Endoskopische Auffälligkeiten bei der Colitis ulcerosa

© Gastrolab / Science Photo Library

Interview

Das ist neu in der S3-Leitlinie Colitis ulcerosa