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Ausbildungsreform

Psychotherapeuten nehmen sich Ärzte zum Vorbild

Psychotherapeuten sollen ihre Ausbildung künftig mit Staatsexamen und Approbation abschließen. Jetzt müssen Politiker den Vorschlag aber noch erhören.

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Die Ausbildung für Psychotherapeuten soll neu aufgestellt werden.

Die Ausbildung für Psychotherapeuten soll neu aufgestellt werden.

© WavebreakmediaMicro / fotolia.com

MÜNCHEN. Die Psychotherapeuten streben eine grundlegende Reform ihrer Ausbildung an. Vorbild ist die Ausbildung der Ärzte.

Mit großer Mehrheit hat der 25. Deutsche Psychotherapeutentag am Samstag in München Eckpunkte für eine Reform der Psychotherapeutenausbildung beschlossen, die nach den Vorstellungen der Delegierten noch in dieser Legislaturperiode von den Politikern auf den Weg gebracht werden soll.

Demnach soll die Psychotherapeutenausbildung künftig nach einem wissenschaftlichen Hochschulstudium auf Masterniveau mit einem Staatsexamen und der Approbation abschließen. Das Studium soll die gesamte Altersspanne, also Kinder, Jugendliche und Erwachsene, umfassen.

In einer sich dann anschließenden Weiterbildungsphase sollen wissenschaftliche Psychotherapieverfahren und -methoden vertieft und Schwerpunktsetzungen erfolgen. Die abgeschlossene Weiterbildung soll Voraussetzung für eine eigenständige Behandlung gesetzlich Krankenversicherter sein.

Klares Signal an Politiker

Mit dem Beschluss habe der Psychotherapeutentag ein klares Signal an die Politiker, gesendet, "welche Reform der Psychotherapeutenausbildung er noch in dieser Legislaturperiode für dringend erforderlich hält", erklärte der Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK), Professor Rainer Richter, nach der Abstimmung.

"Dadurch hat die Profession die Weichen so gestellt, dass die hohe Qualität der psychotherapeutischen Versorgung in Deutschland erhalten bleibt. Es liegt nun in der Hand der Kammern, dafür die Weiterbildung der Psychotherapeuten zu gestalten."

Ziel der zweiphasigen wissenschaftlichen und berufspraktischen Qualifizierung sei der Erwerb professioneller Kompetenzen für die Berufsausübung im ambulanten und stationären Bereich sowie in Institutionen der komplementären Versorgung, heißt es im Beschluss des Psychotherapeutentages, dem eine zweitägige intensive Diskussion vorangegangen war.

Im Zuge des Gesetzgebungsverfahrens müssen nach Ansicht des Psychotherapeutentages auch noch Finanzierungsfragen geklärt werden. Außerdem soll es Übergangsregelungen für Therapeuten geben, die ihre Ausbildung nach den derzeit geltenden Regelungen begonnen haben:

Bis zu einer umfassenden Novellierung des Psychotherapeutengesetzes soll der Zugang zu den postgradualen Psychotherapieausbildungen nur dann möglich sein, wenn sie mit einem Diplom oder auf Masterniveau abgeschlossen wurden, so der Psychotherapeutentag. (sto)

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