Direkt zum Inhaltsbereich

Berufspolitik

Psychotherapeutenkammer: Lauterbach-Reform greift zu kurz

Nicht nur das psychotherapeutische Angebot für Kinder und Jugendliche sollte verbessert werden. Die Bedarfsplanung sei insgesamt großzügiger auszulegen, fordert die Bundespsychotherapeutenkammer.

Veröffentlicht:
Psychotherapieplätze fehlen. Die Branche wünscht sich mehr Rückwind aus Berlin.

Psychotherapieplätze fehlen. Die Branche wünscht sich mehr Rückwind aus Berlin.

© Robert Kneschke / stock.adobe.com

Berlin. Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) erinnert an drängende Kapazitätslücken in der psychotherapeutischen Versorgung. Das kürzlich im 4. Entwurf präsentierte Gesundheitsversorgungsstärkungsgesetz (GVSG) greife „deutlich zu kurz, um die psychotherapeutische Versorgung vor Ort zu verbessern und absehbarem Nachwuchsmangel vorzubeugen“, heißt es in einer Stellungnahme am Dienstag.

Das Vorhaben, eine separate Bedarfsplanung für psychisch kranke Kinder und Jugendliche einzuführen, ist nach Ansicht der Kammerpräsidentin Dr. Andrea Benecke „zwar ein guter Ansatz, damit sie dort, wo sie leben, zukünftig schneller einen Behandlungsplatz erhalten“. Doch gelte es darüber hinaus, das Versorgungsangebot auch für Erwachsene zu konsolidieren.

Besonderer Bedarf bestehe in ländlichen Regionen, im Ruhrgebiet sowie „in den historisch schlechter versorgten Städten Ostdeutschlands“. Hier müssten gezielt zusätzliche Kassensitze geschaffen werden. Benecke: „Wir fordern, dafür eine Absenkung der Verhältniszahlen in der psychotherapeutischen Bedarfsplanung um mindestens 20 Prozent in das GVSG aufzunehmen.“

Komplexversorgung erleichtern!

Darüber hinaus sei der Gesetzgeber gefordert, die Rahmenbedingungen für ambulante Komplexbehandlungen zu verbessern. Insbesondere seien die Vorgaben in der einschlägigen G-BA-Richtlinie vielfach so rigoros, dass sie „die Entwicklung dieses wichtigen Versorgungsangebots verhindern“, wie es weiter heißt.

Ginge es nach dem Willen der Kammer, wäre mit dem GVSG schließlich auch eine langjährige Forderung der Branche zu erfüllen und die Finanzierung der psychotherapeutischen Weiterbildung auf eine gesetzliche Grundlage zu stellen. „Nur mit Finanzierung können die Psychotherapiepraxen und Weiterbildungsambulanzen ausreichende Weiterbildungsstellen für den psychotherapeutischen Nachwuchs einrichten“, betont Benecke. (cw)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Beitragssatzstabilisierungsgesetz

Das GKV-Sparpaket und die Neinsager in der Koalition

Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
In Deutschland gibt es immer weniger klinische Forschung. Was Deutschland hingegen zu leisten imstande ist, zeigte sich zuletzt bei der COVID-19-Pandemie: mRNA-basierte Impfstoffe wurden schnell entwickelt und produziert.

© metamorworks / stock.adobe.com

Handlungsempfehlungen

Deutschland-Tempo statt Bürokratie-Trägheit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Früherkennung von Bluthochdruck

Hypertonie: Wenn die Smartwatch in falsche Sicherheit wiegt

Kasuistik

Was hat die interstitielle Nephritis ausgelöst?

Lesetipps
Eine ältere Person hält drei Blisterstreifen mit Tabletten zwischen beiden Händen.

© wernerimages / stock.adobe.com

GeriPAIN-Leitlinie

Welche Schmerztherapien eignen sich für geriatrische Patienten?

Ein Hautarzt untersucht die Haut mit einem Dermatoskop auf Melanom.

© Iryna&Maya / stock.adobe.com

Vergleich mit anderen Ländern

Hautkrebs-Screening in Deutschland laut Studie ohne klaren Nutzen