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MTA-Ausbildung

Reformen verschleppt?

Die Linken werfen der Regierung vor, die Reform der Ausbildungen in den MTA- Berufen zu verschlafen.

Veröffentlicht:

BERLIN. Die Linken-Fraktion im Bundestag hält der Regierung Schlafmützigkeit bei der Reform der Ausbildungsgänge von Gesundheitsberufen vor. In ihrer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage hat die Regierung Reformbedarf beim 23 Jahre alten Gesetz eingeräumt, das die Ausbildung von Medizinisch-technischen Assistenten (MTA) regelt. Doch weder Zeitplan noch inhaltliche Arbeitsschritte sind bisher festgelegt worden.

Ungehalten zeigt sich Birgit Wöllert, Obfrau der Linken-Fraktion im Gesundheitsaussschuss, darüber, dass die Regierung vorgibt, keine Kenntnis zu haben über die Übernahme ärztlicher Aufgaben insbesondere durch Radiologieassistenten (MTRA).

Tatsächlich liege bereits seit Februar 2014 ein Gutachten vor, das vom Bundesforschungsministerium beauftragt worden ist. Daraus geht hervor, dass ein "nicht unerheblicher Teil der befragten Berufsangehörige auch prinzipiell nicht delegierbare Aufgaben durchführt", heißt es in der Expertise.

So gaben etwa 40 Prozent der MTRA an, "Röntgendurchleuchtungen selbstständig durchzuführen", 41 Prozent sagten aus, sie würden Patienten regelmäßig über die Wirkung und Nebenwirkung von Kontrastmitteln aufklären - eigentlich eine nicht-delegierbare ärztliche Tätigkeit.

Insgesamt wurden an verschiedenen Stellen erhebliche Differenzen zwischen den Inhalten der Ausbildung und dem tatsächlichen Handeln der MTRA aufgewiesen. Nach Ansicht Wöllerts besteht daher für die Aktualisierung der Ausbildungen "unmittelbarer Handlungsbedarf". Sie rügte, die Regierung gebe Studien in Auftrag, die selbst in den unmittelbar betroffenen Ministerien offensichtlich unbekannt seien.

Kritik erntet die Regierung auch dafür, dass sie die Modellklausel für Studiengänge von Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden jüngst um zehn Jahre verlängert hat. Die Hochschule Fresenius zeigte sich darüber "enttäuscht und entsetzt".

Der Schwebezustand werde die Professionalisierung in diesen Berufen um Jahre zurückwerfen. Und dies, obwohl die Evaluation der Modellstudiengänge gezeigt habe, dass sich die Studiengänge in den Gesundheitsberufen bewährt hätten. (fst)

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