Landtag

Sachsen-Anhalt will an Unikliniken festhalten

Veröffentlicht: 22.05.2014, 15:40 Uhr

MAGDEBURG. Im Streit um die Unikliniken von Sachsen-Anhalt bemüht sich die Landesregierung um versöhnliche Töne. Unterdessen fordert die CDU-Mittelstandsvereinigung Halle den Rücktritt von Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD). Und am Dienstag äußerten Studenten ihren Unmut bei Demos gegen die Hochschulleitungen.

Halle bleibt, wiederholte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) bei der jüngsten Landtagssitzung sein Versprechen aus dem Vorjahr. Gleichzeitig versicherte er, dass es weder eine Fusion beider Unikliniken noch Holdings mit anderen Kliniken geben würde.

Dennoch brauchen die Unikliniken tragbare Lösungen, die auch Halle in den kommenden Jahren in Richtung schwarze Null bringen könnten. Bereits Anfang Juni sollten regionale Konzepte für Kooperationen vorliegen. Verantwortlich ist das Wissenschaftsministerium.

Der CDU-Regierungschef dagegen will sich beim Bund und bei den Kassen für eine bessere Finanzierung stark machen. Er lehnte es ab, Schuldige an der Finanzmisere der Unikliniken auszumachen. "Wir müssen nach vorne schauen", sagte er und sprach von gesamtgesellschaftlicher Verantwortung.

"Die müssen wir wahrnehmen. Wir brauchen jetzt eine konzertierte Aktion." An einer Kabinetts-Sondersitzung am 10. Juni sollen auch Vertreter von Kassen und Ärzten teilnehmen.

Bessere Auslastung ein Thema

Über Geld solle ebenso gesprochen werden wie über eine bessere Auslastung der beiden Unikliniken. Wirtschaftsminister Hartmut Möllring (CDU) hatte seinem Chef gesteckt, dass allein die AOK Sachsen-Anhalt jährlich mehr als 100 Millionen Euro an Kliniken anderer Bundesländer zahle, weil Ärzte ihre Patienten dorthin zur Behandlung überwiesen.

Der "Export" von Krankenhausfällen aus Sachsen-Anhalt steigt seit Jahren an und liegt bei etwa 13 Prozent.

Pressesprecher Andreas Arnsfeld: "Um eine Zukunft beider Uni-Kliniken zu sichern, sollten strukturelle Anpassungen vorgenommen werden." Potenzial böten Zusammenarbeit, Spezialisierungen und Kooperationen mit anderen Krankenhäusern und zwischen den beiden Unikliniken. (zie)

Mehr zum Thema

Ambulant statt stationär

Hausbesuch für die Seele

Corona-Einschränkungen

Merkel bittet Bürger um Disziplin an Ostern

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Die Erkenntnisse aus der Coronavirus-Studie in Heinsberg

Infektionsrate, Letalität und Co

Die Erkenntnisse aus der Coronavirus-Studie in Heinsberg

Telefonkonsultation muss Ausnahme bleiben

KBV-Chef Gassen

Telefonkonsultation muss Ausnahme bleiben

Existenzsorgen bei Laborärzten

Weniger Aufträge durch Corona

Existenzsorgen bei Laborärzten

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden