Vereinigte Staaten

Senat bestätigt Tom Price als Gesundheitsminister

Tom Price ist scharfer "Obamacare"-Gegner – und neuer Gesundheitsminister. Vielen macht das Sorge.

Veröffentlicht:

WASHINGTON. Mit seiner republikanischen Mehrheit hat der US-Senat den 62 Jahre alten Arzt Tom Price als neuen Gesundheitsminister bestätigt. 52 Senatoren stimmten für den Wunschkandidaten von US-Präsident Donald Trump, 47 votierten gegen ihn. Price, seit 2005 Abgeordneter im Repräsentantenhaus, gilt als scharfer Kritiker der von den Republikanern seit Jahren bekämpften Gesundheitsreform von Barack Obama, die als "Obamacare" bekannt geworden ist (die "Ärzte Zeitung" berichtete).

Price war in Atlanta im Bundesstaat Georgia viele Jahre als orthopädischer Chirurg tätig. Er sei daher "einer der fähigsten, am besten auf sein Amt vorbereiteten Personen, die Präsident Trump auswählen konnte", sagte der republikanische Senator von Wyoming, Michael B. Enzi. Der Mehrheitsführer im US-Senat, Mitch McConnell, sagte, Price wisse "mehr über Gesundheitspolitik als jeder andere".

Kritik aus der Opposition

Die oppositionellen Demokraten werfen Price indes ethische Verstöße im Zusammenhang mit Aktiengeschäften in seiner Zeit als Abgeordneter vor. Senatorin Maria Cantwell aus Washington sieht nun die Gefahr, dass Price die Uhr bei "Obamacare" komplett zurückdreht: Seine Bestätigung sei der erste Schritt zur Demontage der Gesundheitsreform, kritisierte sie. Darüber hinaus gilt Price als dogmatischer Abtreibungsgegner.

Der Oppositionsführer der Demokraten, Chuck Schumer, sagte, Price habe "sein Leben der Zerstörung des öffentlichen Gesundheitssytems (...) verschrieben".

"Obamacare"-Versicherte in Angst

US-Amerikaner, die über "Obamacare" versichert sind, beobachten die Entwicklung währenddessen mit Sorge. "Viele haben Angst, dass sich die Situation für sie weiter verschlechtert", sagte die 64-jährige Zelma Powler in Minneapolis der "Ärzte Zeitung". Die frühere Hausmeisterin einer Wohltätigkeitsorganisation ist auf soziale Unterstützung in der Krankenversicherung angewiesen, seit sie in Rente ist.

Dabei beunruhigt vor allem die Tatsache, dass konkrete Pläne bisher unbekannt sind. "Obamacare war auch keine optimale Lösung", meint Alex Leslie "Die Policen sind für viele zu teuer. Aber wir wissen alle nicht, was nun kommt – das bereitet Sorge." (jk/dpa)

Mehr zum Thema

COVID-19-Situation in Großbritannien

Corona: Licht und Schatten im UK

Amtsantritt des neuen US-Präsidenten

Was Joe Biden als Erstes anpacken will

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Teilnehmerin einer Protestkundgebung der Initiative „Querdenken“ im Mai 2020 in Stuttgart: Die großen Erfolge der Impfkampagne gegen Polio sind im kollektiven Gedächtnis der meisten Deutschen nicht mehr präsent.

Gastbeitrag Dr. Jürgen Bausch

Wir sind Opfer unseres eigenen Impferfolgs