Kommentar zu U-Vorsorgen

Sinnvolle Amtshilfe

Dirk SchnackVon Dirk Schnack Veröffentlicht:

Fast überall in Deutschland nehmen zu wenig Kinder und Jugendliche an Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen teil. Faustregel: Je älter die Kinder, desto geringer die Teilnahmequoten.

Mecklenburg-Vorpommern hat darauf bereits vor fünf Jahren reagiert: Ein zentrales Recallsystem wurde eingeführt - und der Erfolg stellte sich ein. Das liegt auch daran, dass den Ärzten dabei keine Spitzel- oder Polizeifunktion zugemutet wurde.

Ganz ohne ärztliche Unterstützung aber funktioniert aber kein Erinnerungssystem. So melden die Ärzte an das Gesundheitsamt, wer an der Vorsorgeuntersuchung teilgenommen hat. Alles Weitere übernimmt eine Servicestelle des Amtes, die ein Erinnerungsschreiben verschickt.

Bei einem Großteil der Eltern wirkt das. Nur rund vier Prozent einer Altersgruppe ist auch danach in keiner Praxis erschienen. Häufig waren die Gründe dafür banale Terminschwierigkeiten. Die verbleibenden vier Prozent müssen mit Besuch vom Jugendamt rechnen.

Unter dem Strich steht ein Erfolgsmodell, das mit Hilfe von Ärzten die Teilnahmequoten an wichtigen Untersuchungen erhöht hat, ohne dass Praxisinhaber als Handlanger einer Bürokratie missbraucht wurden. Das Modell sollte ausgebaut werden, um auch bei Jugendlichen die Teilnahmequoten zu steigern.

Lesen Sie dazu auch: U-Vorsorgen: Erinnerungsschreiben macht Eltern Beine

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