Jahresgehälter

So viel verdienen die KV-Vorstände

Fünf KV-Chefs haben sich 2012 über ein höheres Gehalt freuen dürfen - bei zwölf blieben die Bezüge unverändert. Spitzenreiter beim Grundgehalt sind die KV-Vorstände in Bayern.

Von Rebecca Beerheide Veröffentlicht:
Bei zwölf KV-Vorständen ist die Vergütung 2012 im Vergleich zum Vorjahr unverändert geblieben.

Bei zwölf KV-Vorständen ist die Vergütung 2012 im Vergleich zum Vorjahr unverändert geblieben.

© Gina Sanders / fotolia.com

BERLIN. Die Jahresgehälter der Vorstände von KBV und den 17 Kassenärztlichen Vereinigungen sind in fünf Regionen 2012 leicht gestiegen.

Sie konnten ein Plus zwischen 3,43 Prozent (KV Bayerns) und 2,1 Prozent (KV Hessen) verzeichnen. Das geht aus der Pflichtveröffentlichung der Gehälter der Vorstände der KVen und der KBV im Bundesanzeiger hervor.

Ein Plus von 3,16 Prozent verzeichnen die Chefs der KV Berlin, 3,1 Prozent bekommen die Chefs in Bremen zusätzlich. In Brandenburg gibt es eine Steigerung von 2,3 Prozent.

Bei der KV Berlin hatte es im vergangenen Jahr eine Auseinandersetzung um die Erhöhung der Honorare der KV-Vorstände gegeben. Der überwiegende Teil der Jahresgehälter wurde 2012 im Vergleich zu 2011 allerdings nicht verändert.

Höchstes Jahresgehalt in Bayern

Das höchste Gehalt beziehen - nach KBV-Chef Dr. Andreas Köhler - die Vorstände der KV Bayerns. Der Vorsitzende, Dr. Wolfgang Krombholz, erhält 257.360,40 Euro.

Darauf folgt der Vorsitzende der KV Niedersachsen, Mark Barjenbruch, mit 250.000 Euro. Auf Platz drei liegen die beiden Vorsitzenden der KV Nordrhein mit jeweils 248.000 Euro.

Schlusslicht sind laut den Daten aus dem Bundesanzeiger die Vorsitzenden der KV Baden-Württemberg mit einem Grundjahresgehalt von 170.000 Euro.

Durch variable Gehaltsbestandsteile kommt allerdings eine nicht weiter ausgeführte "Praxisorganisationspauschale in Höhe eines Jahresgehaltes nach TV-L" hinzu.

Am unteren Ende der Skala sind die beiden Vorstandsmitglieder der KV Mecklenburg-Vorpommern, das Grundgehalt von Dr. Dieter Kreye und Fridjof Matuszewski beträgt 152.000 Euro.

Allerdings enthält die Vergütung auch variable Anteile in Höhe von 15.200 Euro. Ihr Chef, Dr. Wolfgang Eckert, bezieht 180.000 Euro sowie einen variablen Bestandteil von 18.000 Euro.

In der Tabelle der "Ärzte Zeitung" (siehe unten) ist das Gehalt von Schleswig-Holsteins KV-Vorsitzenden Dr. Monika Schliffke auffällig. Die Statistik weist hier allerdings das Gehalt für die Hälfte eines Jahres aus, heißt es aus der Pressestelle der KV.

Insgesamt dürfte sie auf ein Jahresgehalt von 218.406 Euro kommen. Ihr Stellvertreter, Dr. Ralph Ennenbach, erhält 222.510 Euro.

14 KV-Chefs dürfen in die Praxis

Zu den Vergütungen in den Regionen kommen je nach Vertrag weitere Bezüge. So ist es im Jahr 2012 in 14 KVen erlaubt, neben der hauptamtlichen Vorstandstätigkeit bis zu 13 Wochenstunden in der Praxis oder anderen Berufsverbänden zu arbeiten.

Laut den Daten des Bundesanzeigers ist dies in der KV Rheinland-Pfalz, der KV Schleswig-Holstein und der KV Westfalen-Lippe in den Dienstverträgen nicht vorgesehen.

Unterschiede gibt es von KV zu KV auch hinsichtlich der privaten Nutzung von Dienstwagen: In der KV Baden-Württemberg, für ein Vorstandsmitglied der KV Bayerns, in den KV en Hamburg und Hessen sowie Nordrhein, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Westfalen-Lippe ist dies vertraglich erlaubt.

In der KV Niedersachsen ist eine private Nutzung des Dienstwagens nur dem KV-Chef erlaubt, Stellvertreter Dr. Jörg Berling hat stattdessen eine BahnCard 100. Beiden Vorsitzenden der KBV ist die private Nutzung des Dienstwagens ebenfalls gestattet, für KBV-Chef Köhler gilt dies erst seit Mai 2012.

Nicht aufgeschlüsselt werden im Bundesanzeiger die Auszahlungsmodalitäten der variablen Vergütungsbestandteile. Für den Vorsitzenden der KV Bayerns sowie für ein weiteres Vorstandsmitglied gibt es beispielsweise eine Fahrtkostenerstattung.

Ebenso sind in den Daten Übergangsregelungen nach Ablauf der Amtszeit sowie Angaben zur berufsständischen Versorgung und der Zuschüsse zur privaten Versorgung enthalten.

Köhlers Gehalt gesunken

Das Gehalt von KBV-Chef Dr. Andreas Köhler ist seit Juni 2012 um 30.000 Euro gesunken, zuvor lag es bei 350.000 Euro. Im Jahr 2010 waren es noch 260.000 Euro.

 Über die Gehaltserhöhung von 35 Prozent hatte es eine heftige Auseinandersetzung mit dem Bundesgesundheitsministerium gegeben . Ende März 2012 ist Köhler dann schließlich auf Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) in dieser Frage zugegangen.

Die Stellvertreter von Köhler - bis Ende Februar 2012 Dr. Carl-Heinz Müller, ab Juli 2012 Regina Feldmann -  haben jeweils ein Grundgehalt von 300.000 Euro erhalten.

Laut den Angaben darf Feldmann einen Arbeitstag pro Woche in ihrer Praxis tätig sein. Allerdings erfolgt "für jeden Tag der Inanspruchnahme ärztlicher Tätigkeit eine Kürzung der Vergütung um jeweils 500 Euro."

Entwicklung der Gehälter der Chefs von KBV und KVen - Vergütung in Euro
KV Funktion Vergütung 2011 Vergütung 2012
KBV Vorsitzender 350.000,00 350.000,00
(bis 05.2012)
320.00,00
(ab 06/2012)
Vorstandsmitglied 300.000,00 300.00,00
(bis 02.2012)
300.000,00
(ab 07.2012)
Baden-Württemberg Vorsitzender 170.000,00 170.000,00
Vorstandsmitglied 170.000,00 170.000,00
Bayerns Vorsitzender 248.822,64 257.360,40
Vorstandsmitglied 248.822,64 257.360,40
Vorstandsmitglied 227.241,96 235.039,22
Berlin Vorsitzender 192.333,34 198.412,50
Vorstandsmitglied 192.333,34 198.412,50
Vorstandsmitglied 192.333,34 198.412,50
Brandenburg Vorsitzender 208.350,00 213.142,00
Vorstandsmitglied 197.350,00 201.889,00
Vorstandsmitglied 197.350,00 201.889,00
Bremen Vorsitzender 188.304,00 194.141,40
Vorstandsmitglied 195.804,00 201.873,84
Hamburg Vorsitzender 240.000,00 240.000,00
Vorstandsmitglied 240.000,00 240.000,00
Hessen Vorsitzender 220.000,00 224.751,42
Vorstandsmitglied 220.000,00 224.751,42
Mecklenburg-Vorp. Vorsitzender 180.000,00 180.000,00
Vorstandsmitglied 152.000,00 152.000,00
Vorstandsmitglied 152.000,00 152.000,00
Niedersachsen Vorsitzender 250.000,00 250.000,00
Vorstandsmitglied 240.000,00 240.000,00
Nordrhein Vorsitzender 248.000,00 248.000,00
Vorstandsmitglied 248.000,00 248.000,00
Rheinland-Pfalz Vorsitzender 209.000,00 209.000,00
Vorstandsmitglied 193.000,00 193.000,00
Vorstandsmitglied 177.000,00 177.000,00
Saarland Vorsitzender 222.000,00 222.000,00
Vorstandsmitglied 220.000,00 220.000,00
Sachsen Vorsitzender 240.000,00 240.000,00
Vorstandsmitglied 240.000,00 240.000,00
Sachsen-Anhalt Vorsitzender 220.000,00 220.000,00
Vorstandsmitglied 205.000,00 205.000,00
Vorstandsmitglied 205.000,00 205.000,00
Schleswig-Holstein Vorsitzende
226.007,28 113.958,18
bis 30.06.2012
Vorsitzende 109.203,30
ab 01.07.2012
Vorstandsmitglied 224.775,78 222.510,24
Thüringen Vorsitzender 215.000,00 220.000,00
Vorstandsmitglied 215.000,00 215.000,00
Westfalen-Lippe Vorsitzender 240.000,00 240.000,00
Vorstandsmitglied 235.000,00 235.000,00
Vorstandsmitglied 235.000,00 235.000,00
Quelle: KBV
Mehr zum Thema

KV-Notfallpraxen

Hamburg setzt auf Infektsprechstunden

„ÄrzteTag“-Podcast

„Eine Frauenquote ist auch für Männer gut“

Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Dr. Thomas Georg Schätzler

Kein Kommentar!

Bei so viel undurchsichtiger Transparenz. MfG


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Dienstag beim Besuch des Impfzentrums in Düsseldorf.

Impfung gegen SARS-CoV-2

Spahn geht von bis zu acht Millionen Corona-Impfdosen aus