Direkt zum Inhaltsbereich

Bundesverfassungsgericht

Sorge um Befangenheit bei Peter Müller

Veröffentlicht:

KARLSRUHE. Über eine Verfassungsbeschwerde gegen das Verbot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung wird der Zweite Senat des Bundesverfassungsgerichts nicht in gewohnter Besetzung entscheiden.

 Der ehemalige saarländische Ministerpräsident Peter Müller, seit einigen Jahren Mitglied des Zweiten Senats, wird aus Sorge, dass ihm von Verfahrensbeteiligten Befangenheit vorgeworfen werden könnte, nicht an der Entscheidung mitwirken.

Müller habe sich vor seiner Wahl zum Bundesverfassungsrichter in seiner Funktion als CDU-Ministerpräsident "in einer klaren inhaltlichen, das nunmehr anhängige Verfahren unmittelbar betreffenden Art und Weise positioniert und einen Gesetzentwurf in den Bundesrat eingebracht, der in weiten Teilen mit der verfahrensgegenständlichen Gesetzesfassung übereinstimmt", heißt es in einer Mitteilung des Bundesverfassungsgerichts vom Dienstag.

Maßstab für die Sorge um die mögliche Befangenheit sei nicht, ob ein Richter tatsächlich parteilich oder befangen ist, sondern ob Verfahrensbeteiligte bei Würdigung aller Umstände Anlass haben könnten, an der Unvoreingenommenheit des Richters zu zweifeln. Eine solche Konstellation liege hier vor.

Per Los werde nun ein Richter des Ersten Senats bestimmt, der Müllers Platz bei diesem Verfahren einnimmt. Der neue Paragraf 217 im Strafgesetzbuch verbietet Sterbehilfe als Dienstleistung. Dagegen sind mehrere Verfassungsbeschwerden anhängig.

Peter Müller war von 1999 bis 2011 Ministerpräsident des Saarlandes. Seit Dezember 2011 ist er Richter am Bundesverfassungsgericht. (chb)

Ihr Newsletter zum Thema
Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kleine konkrete Schritte

So lassen sich Patienten zu mehr Therapieadhärenz motivieren

Lesetipps
KI erleichtert Hackern Angriffe ernorm. Praxen sollten zumindest einmal überlegen, ob sie sich gegen solche Störungen absichern wollen, etwa mit Blick auf den Betriebsstillstand.

© Klaus Ohlenschläger / picture alliance

Für wenige Hundert Euro im Jahr

Warum Ärzte über eine Cyberversicherung nachdenken sollten

An Asian senior man’s hand relax on the bed side while sleeping

© Reagan Liew Zhi Sin / Getty Images / iStock

Pflichten, Abrechnung und Angehörigenwünsche

Worauf es bei der ärztlichen Leichenschau ankommt