Kommentar – Gesetzentwurf zur Stärkung der Apotheken

Spahn provoziert den Konflikt

Von Wolfgang van den BerghWolfgang van den Bergh Veröffentlicht:

Von wegen nur eine Ankündigung. In einem knappen Satz hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn beim Deutschen Apothekertag im Herbst 2018 geäußert, er könne sich vorstellen, dass in Apotheken künftig geimpft werde. Damit war der Stein ins Wasser geworfen, und er hat Kreise gezogen.

Aus der Vorstellung ist tatsächlich ein eigener Paragraf im Referentenentwurf des Gesetzes zur Stärkung der Vor-Ort-Apotheken geworden. Zunächst geht es (nur) um regionale Modellvorhaben zur Durchführung von Grippeschutzimpfungen. Das Ganze soll zeitlich befristet sein, von geschultem Personal durchgeführt werden und natürlich wissenschaftlich begleitet werden.

Der Reflex der Ärzteschaft, im Gegenzug das Dispensierrecht in Praxen einzufordern, wird kommen. Die Frage ist also: Warum provoziert Spahn diesen Konflikt zwischen Ärzten und Pharmazeuten erneut?

Sind die Wartelisten für Grippeschutzimpfungen bei Ärzten tatsächlich so lang? Eher nein. In der Influenza-Impfsaison 2018/2019 gab es ein anderes Problem: Lieferengpässe. Und die konnten vertriebstechnisch gelöst werden.

Mal sehen, wie der Ärztetag auf Spahns jüngstes Husarenstück reagieren wird. Es wäre nicht das erste Mal, dass Ärzte dort das Dispensierrecht auf die Agenda heben.

Lesen Sie dazu auch: Neues Eckpunkte-Papier: Spahns 9-Punkte-Plan für Apotheken

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