Westfalen-Lippe

Spelmeyer wird neuer KV-Chef

Der Urologe folgt auf Dr. Gerhard Nordmann, der Ende Januar vorzeitig sein Amt als KV-Chef niederlegt.

Von Ilse Schlingensiepen Veröffentlicht: 08.09.2019, 14:00 Uhr
Spelmeyer wird neuer KV-Chef

Dr. Dirk Spelmeyer übernimmt im kommenden Jahr das Amt von Dr. Gerhard Nordmann als KVWL-Vorsitzender.

© iss

DORTMUND. Dr. Dirk Spelmeyer wird ab 1. Februar 2020 die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) führen. Der 59-jährige Urologe aus Dülmen ist am Freitagnachmittag von der Vertreterversammlung in Dortmund mit großer Mehrheit erst in den Vorstand und dann an seine Spitze gewählt worden.

Spelmeyer wird im kommenden Jahr das Amt von Dr. Gerhard Nordmann übernehmen. Der KVWL-Vorsitzende hatte im Juni seinen vorzeitigen Abschied zum 31. Januar 2020 angekündigt – nachdem im März 2019 bereits der ehemalige KVWL-Chef Dr. Wolfgang-Axel Dryden den Vorstand während der laufenden Legislaturperiode verlassen hatte. Nordmann bezeichnete das jetzt als „westfälischen Weg der gestaffelten Neubesetzung des Vorstands“. Nach seinem Weggang bilden Spelmeyer, Dr. Volker Schrage und Thomas Müller den Vorstand.

Spelmeyer hatte keinen Gegenkandidaten. Die Delegierten wählten ihn mit 39 Ja-Stimme, einer Nein-Stimme und drei Enthaltungen in den Vorstand. Bei der Wahl zum Vorsitzenden stimmten 43 Vertreter für und zwei gegen ihn.

Mit einem Fuß noch in der Praxis

Der Urologe will zunächst noch teilweise in seiner Praxis arbeiten und sich nach zwei, drei Jahren ausschließlich auf die Vorstandsarbeit konzentrieren. Ihm ist es sehr wichtig, in seiner neuen Funktion den Kontakt zur Basis zu behalten. „In den ersten Wochen und Monaten möchte ich in Regionalkonferenzen das Gespräch mit den Kolleginnen und Kollegen vor Ort suchen“, kündigte er an.

Dabei will der Arzt eng mit den Bezirksstellen und Mitarbeitern der Verwaltung zusammenarbeiten und die Veranstaltungen von Externen moderieren lassen. Die Gespräche sollen zeigen, wo den niedergelassenen Ärzten der Schuh drückt und welche Verbesserungsmöglichkeiten sie sehen. „Sie sollen die KVWL nicht als Institution, sondern als Partner wahrnehmen“, erläuterte er seinen Ansatz. Spelmeyer ist klar, dass er dabei „Wind von vorne“ spüren wird.

Spelmeyer hat Respekt vor den bevorstehenden Herausforderungen, insbesondere den Honorarverhandlungen mit den Kassen. „Ich muss noch viele Dinge lernen, aber ich habe auch meinen eigenen Kopf und eigene Ideen“, betonte er. Der künftige KVWL-Chef bezeichnet sich selbst als „Querdenker“. (iss)

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