RKI-Report

Starke Männer schwächeln bei Gesundheit

Das Robert Koch-Institut arbeitet am ersten staatlichen Männergesundheitsbericht. Jetzt liegen erste Ergebnisse vor.

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BERLIN. Männer gehen mehr Risiken ein, auch gesundheitliche. So sei zum Beispiel tabakassoziierter Lungenkrebs bei Männern die häufigste Krebstodesursache. Männer rauchen demnach nicht nur mehr als Frauen.

Sie tränken auch mehr Alkohol und zögerten Arztbesuche auch bei Beschwerden länger hinaus, lauten erste Ergebnisse des Männergesundheitsberichts des Robert Koch-Instituts in Berlin. Die Veröffentlichung des gesamten Werks wird für das Frühjahr 2013 erwartet.

Armut wirkt sich demnach bei Männern stärker auf die Lebenserwartung aus als bei Frauen. Die Lebenserwartung von Männern und Frauen hat sich seit der Wiedervereinigung leicht angenähert.

Lag die Lebenserwartung der Geschlechter um 1991 noch etwa um gut sechs Jahre zugunsten der Frauen auseinander, waren es 2011 noch fünf Jahre. Angaben des Statistischen Bundesamtes zufolge haben Frauen aktuell eine statistische Lebenserwartung von knapp 83 Jahren, Männer von knapp 78 Jahren.

Männer erleiden deutlich häufiger Unfälle als Frauen. Aber auch hier gibt es Klassenunterschiede.

Nur 20 Prozent der Männer mit hohem sozioökonomischem Status haben dem RKI-Bericht zufolge am Arbeitsplatz einen Unfall, aber fast 38 Prozent der Männer mit niedrigem sozioökonomischem Status.

Im Freizeitverkehr und in der häuslichen Umgebung erleiden dafür mehr Männer aus der Oberschicht Unfälle als ihre wirtschaftlich schlechter gestellten Geschlechtsgenossen.

Die Ergebnisse bergen Präventionspotenzial, stellte die Leiterin des Projekts "Männergesundheitsbericht", Anne Starker, am Dienstag in Berlin fest.Männer sind auch selbstmordgefährdeter.

"Drei Viertel aller Suizide werden von Männern begangen", sagte Professorin Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Das RKI wertet für den Männergesundheitsbericht seine eigenen Daten, die des Statistischen Bundesamtes, der Arbeitsagentur und weiterer Einrichtungen aus.

Das Thema Gender-Medizin findet zunehmend Beachtung. Die Deutsche Psychotherapeutenvereinigung richtet am 6. Juni in Berlin ein Symposium unter dem Titel "Mann kriegt die Krise" aus.

Am 21. und 22. März richtet die Berliner Kommunikationswissenschaftlerin Dr. Martina Kloepfer in der Hauptstadt den 1. Bundeskongress Gender-Gesundheit aus. (af)

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