Studium über Grenzen

Start frei für European Medical School

Studenten, bitte kommen! Die letzten Hürden für den grenzübergreifenden Bachelor-Master-Modellstudiengang Medizin an den Unis Oldenburg und Groningen sind abgebaut.

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An der Uni Oldenburg, Teil der EMS, kann der neue Medizinstudiengang starten.

An der Uni Oldenburg, Teil der EMS, kann der neue Medizinstudiengang starten.

© Carl von Ossietzky Universität

HANNOVER/ OLDENBURG (cben). Der Weg ist frei, jetzt fehlen noch die Erstsemester.

Der grenzüberschreitende Bachelor/Master-Modellstudiengang für Medizin an den Universitäten Oldenburg und Groningen, die "European Medical School" (EMS), hat bereits im Juni die letzte politische Hürde genommen.

Der Niedersächsische Landtag hat die für die EMS notwendige Änderung des Hochschulgesetzes beschlossen.

Und Mitte Juli haben die Uni Oldenburg, die Rijksuniversiteit Groningen und das Universitair Medisch Centrum Groningen ihren Kooperationsvertrag unterschrieben.

Der Vertrag knüpft an die Zusammenarbeit der beiden Universitäten an, die schon seit 1980 besteht. Jetzt warten die Initiatoren auf die ersten Studierenden.

Geplant sind zum Wintersemester 2012/2013 in Oldenburg und Groningen je 40 Studierende. Sie werden in Oldenburg auf deutsch und in Groningen auf holländisch Medizin studieren.

Beim Examen ist die Gemeinsamkeit allerdings vorbei. Während die angehenden Ärztinnen und Ärzte in Groningen ihren Bachelor-Abschluss und schließlich ihren "Master in Geneeskunde" machen können, bleibt es in Oldenburg beim Staatsexamen.

Auswahlverfahren Ende August

Zwar ist der Master in Geneeskunde auf europäischer Ebene anerkannt und die Holländer arbeiten seit Langem mit diesem Abschluss, aber in Deutschland sind die Vorbehalte größer. Hier gibt es die Approbation weiterhin nur für Mediziner mit Staatsexamen.

Unterdessen wird das knapp 600 Quadratmeter große und rund 1,8 Millionen Euro teure Fakultätsgebäude in Oldenburg für die erste medizinische Neugründung in Deutschland seit 1972 fertig gestellt.

Und der Förderverein hat bereits sechs Stiftungsprofessuren für fünf Jahre unter Dach Fach gebracht.

"Unser Ziel war es, innerhalb von fünf Jahren fünf Millionen Euro zusammen zu bekommen, um die Universität vor allem bei Stiftungsprofessuren zu unterstützen. Dass wir jetzt schon etwas mehr als vier Millionen Euro zusammen haben, macht deutlich, wie stark die Region hinter diesem Projekt steht", sagte Dr. Gerd Pommer, Vorstandsvorsitzender des Fördervereins, der "Nordwest Zeitung".

"Ende August werden die Bewerberinnen und Bewerber nach einem hochschulinternen Verfahren ausgesucht", so Uni-Sprecherin Dr. Corinna Dahm-Brey zur "Ärzte Zeitung".

Derzeit lägen noch keine offiziellen Zahlen vor. Aber so viel ist klar: Einen Mangel an geeigneten Erstsemestern wird es nicht geben. Zu einer Informationsveranstaltung über das Studium im April kamen an die 600 junge Leute.

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