Kommentar zum Hamburg-Honorar

Strategie gegen Neiddebatte

Von Dirk SchnackDirk Schnack Veröffentlicht:

Die Kassen sitzen auf Milliarden-Überschüssen und in Hamburg feilschen sie um jeden Cent. Das ist Ärzten kaum zu vermitteln, wenn diese sich seit Jahren um eine angemessene Vergütung gebracht sehen.

Die Urabstimmung in der Hansestadt hat gezeigt, dass viele Ärzte bereit sind, vornehme Zurückhaltung aufzugeben und für ihre Honorare auch unbequeme Wege zu gehen. Das Ergebnis zeigt auch, dass eine Mehrheit den Schulterschluss mit den Patienten wünscht.

Diesem Ziel dürfte die KV mit ihrer Kampagne ein gutes Stück näher kommen. Zugleich liegt hierin die Herausforderung: öffentlich Stimmung für eine bessere Vergütung ärztlicher Leistungen zu erzeugen gleicht der Quadratur des Kreises und ist bisher nur in zeitlich begrenzten Ausnahmefällen gelungen.

Für Patienten ist wichtig, dass die Versorgung gesichert ist. Streitereien der Selbstverwaltung interessieren sie nur, wenn es zu Beeinträchtigungen der Versorgung kommt. An diesem Punkt werden Kassen der Versuchung erliegen, erneut eine Neiddebatte vom Zaun zu brechen und zugleich die Fachgruppen gegeneinander auszuspielen.

Dagegen hilft nur eine abgestimmte Strategie, an der sich alle Fachgruppen beteiligen. Dieser Schulterschluss ist in Hamburg erkennbar. Fraglich ist, ob die Kassen ihre ablehnende Haltung auf breiter Front aufrechterhalten können.

Lesen Sie dazu auch: Honorar in Hamburg: Verweigern die Kassen das Gespräch?

Mehr zum Thema

Psychische Erkrankungen

Mobbing bedingt keine Berufskrankheit

Lücken in der Schmerzversorgung

Wer versorgt morgen die Schmerzkranken?

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden »Kostenlos registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Mit ab Sperrzäunen, Räumpanzern und Wasser werfen wird das Reichstagsgebäude zu Beginn der Orientierungsdebatte zu einer Corona-Impfpflicht im Bundestag gesichert.

© Kay Nietfeld/dpa

Debatte über Impfpflicht

Bundestag sucht nach gangbarem Weg aus der Corona-Pandemie