Kommentar

Strippenzieher hier, Strippenzieher dort

Von Christoph FuhrChristoph Fuhr Veröffentlicht:

Der Mann hat gesundheitspolitisch nichts im Sinn, was unredlich wäre. US-Präsident Barack Obama will eigentlich nur erreichen, dass mehr als 46 Millionen seiner Landsleute endlich das bekommen, was für die allermeisten Deutschen selbstverständlich ist: eine Krankenversicherung. Doch was der wackere Demokrat dabei an Prügel einstecken muss, ist aus europäischer Sicht kaum nachzuvollziehen.

Die absurde, zum Teil perfide Auseinandersetzung um die Gesundheitsreform in den Vereinigten Staaten scheint Lichtjahre entfernt von der politischen Realität Deutschlands. Zumindest auf den ersten Blick.

Bei genauerer Betrachtung gibt es allerdings einen bemerkenswerten Anknüpfungspunkt. Viele Kritiker werfen den politischen Befürwortern der US-Reform doch nur deshalb Knüppel vor die Füße, weil sie um ihre eigenen Pfründe fürchten. Verantwortung für das Gesamtsystem? Pustekuchen! Was allein zählt, ist der eigene strategische Vorteil. Seien wir ehrlich: Diese Sorte Strippenzieher gibt es auch im deutschen Gesundheitssystem - und das im Überfluss.

Lesen Sie dazu auch: Obama kämpft weiter um Gesundheitsreform

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