Kommentar

Studium ohne Zwang

Von Rebecca Beerheide Veröffentlicht: 01.03.2012, 05:00 Uhr

Bei der Novellierung der Approbationsordnung haben sich Fachgesellschaften, Hochschulen und Studentenvertreter bei zwei Fragen verbissen: Wie viel Mobilität wird den Studenten im PJ zugestanden? Und: Wird es für die Nachwuchsmediziner zur Pflicht, ein PJ-Terzial in der Allgemeinmedizin zu verbringen?

In der Diskussion haben sich für beide Fragen unterschiedliche Allianzen gefunden: Während bei der PJ-Mobilität die Studentenvertreter Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr auf ihrer Seite haben, stellen sich die 36 Medizin-Fakultäten gemeinsam mit den Bundesländern dagegen.

Bei der Frage eines Pflichtterzials in der Allgemeinmedizin fürchten die Studenten den Wegfall ihrer Wahlfreiheit, die Fachgesellschaften den Nachwuchsmangel. Die Bundesländer sind auf der Seite der DEGAM, da sich die Länderminister um den Hausärztemangel in ihren ländlichen Regionen sorgen.

So unterschiedlich die Interessenslagen derzeit sind, alle Gruppen werden sich aufeinander zu bewegen müssen. Junge, mobile Menschen wünschen sich mehr Flexibilität im Studium. Und die Allgemeinmedizin benötigt junge motivierte Ärzte - nicht solche, die aus Zwang ins Fach gekommen sind.

Lesen Sie dazu auch: Kultusminister machen sich an die Approbation

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