Notdienstreform

Techniker im Norden drängt auf Kooperation

In Schleswig-Holstein und Hamburg will die TK angesichts der Fehlsteuerung jetzt Taten sehen.

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HAMBURG/KIEL. Die TK im Norden drängt auf eine Reform des Notdienstes. Die Landesvertretungen in Hamburg und Kiel begründen dies mit dem unbefriedigenden Status quo. Hamburgs TK-Landeschefin Maren Puttfarcken sieht einen Hauptgrund für die Fehlsteuerung von Patienten in die Notaufnahmen in der fehlenden medizinischen Abklärung zuvor.

"Viele Menschen können nur schwer einschätzen, ob ein Notfall vorliegt oder nicht", sagt sie. Patienten, die die Notaufnahme aufsuchen, sei oft gar nicht bewusst, "dass es auch eine gute ambulante Notfallversorgung außerhalb der Praxisöffnungszeiten in den Notfallpraxen oder unter der Rufnummer 116117 gibt".

Sie fordert eine koordinierte Notfallversorgung, die die bisherige Trennung der beteiligten Akteure überwindet. Wichtiger Bestandteil wären aus ihrer Sicht Portalpraxen an Kliniken. Die KV Hamburg arbeitet bereits an solchen Modellen und erprobt sie etwa in Harburg. Die KV hält solche Portalpraxen aber nicht an jeder Klinik für realisierbar.

Im Nachbarland Schleswig-Holstein verweist TK-Landeschef Dr. Johann Brunkhorst auf den hohen Anteil von Menschen, die außerhalb der Praxisöffnungszeiten die Notaufnahme aufsuchen – jeder dritte Befragte hat in den vergangenen drei Jahren mindestens einmal eigenständig die Notaufnahme eines Krankenhauses aufgesucht. Ärzte stufen aber nur 60 Prozent dieser Patienten als Notfälle ein.

In Schleswig-Holstein erprobt die KV deshalb an einigen Krankenhäusern das "Ein-Tresen-Modell". Dieser gemeinsame Empfang von Klinik-Notaufnahme und KV-Anlaufpraxen sorgt für eine bessere Steuerung der Patienten, die eigenständig in die Klinik kommen. (di)

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