Direkt zum Inhaltsbereich

Umfrage

Thüringische Augenärzte massiv überlastet

75 Prozent aller niedergelassenen Augenärzte haben bereits Patienten abgewiesen.

Veröffentlicht:

ERFURT. Drei Viertel der in Thüringen niedergelassenen Augenärzte haben in den vergangenen Monaten wegen Überlastung Patienten abgewiesen. Dies ergab eine Umfrage des Hartmannbunds.

"Die Situation ist zu ernst, um die Problematik herunterzuspielen", sagte Jörg Müller, Augenarzt in Gera und Vize des Thüringer Landesverbandes.

Wie groß der Mangel ist, zeigte sich Anfang September bei der Eröffnung einer neuen Praxis in Gera, vor der sich schon am frühen Morgen eine Schlange mit rund 400 Patienten bildete.

Die Kassenärztliche Vereinigung musste bereits in Gera zur Notbeauftragung von Augenärzten greifen.

Laut KV fehlen vielerorts konservative Augenärzte, wohingegen es an operativen Kollegen einen Überhang gibt - das führt zur paradoxen Situation, dass Gera und andere Regionen für neue Zulassungen gesperrt sind.

152 Augenärzte in Thüringen

In Thüringen gibt es aktuell 152 Augenärzte, davon haben sich laut Hartmannbund 44 Prozent an der Umfrage beteiligt.

Zwei von drei Augenärzten erklärten, die Lage der Versorgung habe sich in den vergangenen drei Jahren verschärft. Jeder Fünfte sagte, er habe von der KV bereits eine Aufforderung zur Übernahme von Patienten erhalten.

Der Großteil der Befragten lehnt diese Zwangsmaßnahme ab. "Wir müssen offen über die Probleme und die Schwächen des jetzigen Systems reden", so Müller. Er fordert mehr Leistungsgerechtigkeit und Planungssicherheit.

Dazu komme die schlechte Honorierung bei den gesetzlich versicherten Patienten, da etwa ein Drittel der erbrachten Leistungen durch die KV nicht vergütet werde. (rbü)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Oberverwaltungsgericht Sachsen-Anhalt

Aufnahme ins Wählerverzeichnis zur Kammerversammlung: Nicht per Eilantrag

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Mittlere Veränderung der BCVA zu verschiedenen Zeitpunkten (sekundärer Endpunkt)

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [4]

Leichte Handhabung, korrekte Verabreichung

Aflibercept-Biosimilar in anwenderfreundlicher Fertigspritze

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Aflibercept 8 mg bei nAMD, DMÖ und jetzt auch RVV

© Science Photo Library / ALAN FROHLICHSTEIN

Zulassungserweiterung für VEGF-Inhibitor bei Makulaödem infolge eines RVV

Aflibercept 8 mg bei nAMD, DMÖ und jetzt auch RVV

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
IVOM-Therapie mit Vabysmo® ab sofort noch effizienter

© Roche

Neovaskuläre altersabhängige Makuladegeneration (nAMD)

IVOM-Therapie mit Vabysmo® ab sofort noch effizienter

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Anzeige der Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Urologie

Neue Klassifikation von Harnwegsinfektionen räumt mit Missverständnissen auf

Sechs Monate längeres Gesamtüberleben

Daraxonrasib beim Pankreaskarzinom: Besser als die Chemotherapie?

Lesetipps
Ein Säugling liegt auf dem Rücken auf einem Bett. Die Hände der Mutter streichen sachte über den Bauch des Kindes.

© Aurora Aesthetics / Generated with AI / Stock.adobe.com

Funktionelle gastrointestinale Störungen

Säuglingskoliken: Wie viel Schreien ist normal?

Füße mit Lymphödem

© [M]_Dr. P. Marazzi / Science Photo Library

Ödem ist nicht gleich Ödem

Lymphödem versus Lipödem: Tipps für Diagnostik und Therapie