Kommentar zur KBV-VV

Tür auf für den Kommissar

Anno FrickeVon Anno Fricke Veröffentlicht:

Den Beschluss der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung vom Freitag wird das Haus von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) nicht einfach hinnehmen und zur Tagesordnung übergehen. Das Ministerium wird in die inneren Angelegenheiten der Ärzte hineinregieren. Davon muss man ausgehen.

Ob die vom Gesetzgeber geforderte Sektionierung der KBV-Gremien nach haus- und fachärztlichen Verantwortlichkeiten sachgerecht ist, darf bezweifelt werden. Zumal in Zeiten, in denen sich gerade die Politik für eine stärkere Integration der Versorgungsbereiche stark macht.

Wundern dürfen sich die Ärzte aber nicht. Die Selbstverwaltung hat die Einmischung des Gesetzgebers provoziert, indem sie ihm ausreichend lange deutliche Signale übermittelt hat, Haus- und Fachärzte könnten nicht miteinander.

Im Arbeitsalltag spielen die in der Vertreterversammlung überhöhten Probleme zwischen den Versorgungsbereichen kaum eine Rolle.

In ihrer Selbstbezüglichkeit droht den Mitgliedern des Gremiums ihre vornehmste Aufgabe zu entgleiten: die Interessen der niedergelassenen Ärzte zu vertreten. Dass ihre Lobby schwach ist, können die Ärzte daran ablesen, dass die Politik im Augenblick stärker auf den stationären Sektor wettet.

Lesen Sie dazu auch: Sonder-VV: KBV legt sich mit Regierung an

Schlagworte:
Mehr zum Thema
Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

„ÄrzteTag"-Podcast

Wie sagt man seinem Kind, dass man Krebs hat, Dr. Wagner?

Lesetipps
Es gibt tierexperimentelle Studien, wonach Mikroplastik entzündungsverstärkend wirkt, wenn durch ein zusätzliches Agens die Tight junctions zwischen Darmzellen zerstört sind. Wenn also zu einer hohen Mikroplastik-Konzentration zusätzlich pathogene Faktoren hinzukommen, könnte dies entzündungsfördernd wirken, etwa bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.

© Rochu_2008 / stock.adobe.com

Forschung

Beeinflusst Mikroplastik chronische Erkrankungen?

Charlotte Kleen

© Babett Ehrt/ Lichtbildwerkstatt

Porträt

Wie Charlotte Kleen Medizin in ihrer ganzen Breite kennenlernt

Mädchen geht chemischen Experimenten in einem Klassenzimmer nach, die Haare stehen ihr zu Berge.

© Andrey Kiselev / stock.adobe.com

Inkretinmimetika

GLP-1: Wie aus dem kleinen Hormon ein Rockstar wird