Berufspolitik

"Überraschend mittelmäßige Ergebnisse"

BERLIN/BRÜSSEL (HL). "Phantastischer Zugang zu Gesundheitsleistungen - aber überraschend mittelmäßige medizinische Ergebnisse." So lautet das Urteil des Europäischen Gesundheitskonsumenten-Index, der gestern in Brüssel veröffentlicht worden ist.

Veröffentlicht: 14.11.2008, 05:00 Uhr

Im Vergleich aller europäischen Länder rutscht Deutschland danach vom dritten auf den sechsten Platz ab, es erreicht 740 von 1000 möglichen Punkten. An der Spitze stehen die Niederlande mit 839 Punkten, gefolgt von Dänemark, Österreich, Luxemburg und Schweden. Die höchsten Gesundheitsausgaben pro Kopf zwischen 4300 und 4500 Dollar jährlich leisten sich Norwegen, die Schweiz und Luxemburg - und nur Luxemburg landet davon in der Leistungsspitze.

Deutschland liegt mit knapp 3400 Dollar auf Platz 8, nur wenig teurer ist die Versorgung in den Niederlanden, die dieses Jahr den Spitzenreiter bei der Konsumentenfreundlichkeit erreichen. In sechs Kategorien mit 34 Leistungsindikatoren erreichte Deutschland 740 von 100 möglichen Punkten. Deutschland hinkt dabei vor allem bei der Stärkung der Eigenverantwortung der Patienten hinterher, obwohl man bei den Wartezeiten zusammen mit Luxemburg und der Schweiz die besten Ergebnisse erzielte.

Ein Problem für Deutschland ist die hohe MRSA-Infektionsrate. "Deutschland sollte sein Hauptaugenmerk auf die Stärkung der Patientenrechte und Patienteninformation legen. Die nicht allzu positiven medizinischen Ergebnisse sollten verbessert werden", erklärte Dr. Arne Björnberg, Forschungsleiter des Europa-Gesundheitskonsumenten-Index.

Innerhalb von Europa gibt es erstaunliche Veränderungen: Estland hat binnen weniger Jahre einen steilen Aufstieg auf das Niveau von Frankreich und Finnland geschafft - bei noch bescheidenen Gesundheitsausgaben von unter 900 Dollar pro Kopf und Jahr. Ungarn und Tschechien haben sich inzwischen vor Italien platziert. Weit abgeschlagen auf den unteren Plätzen landen Rumänien, Bulgarien, Kroatien, Mazedonien und Lettland. Sie geben fast alle weniger als 1000 Dollar pro Kopf aus.

http://www.healthpowerhouse.com/archives/cat_media_room.html

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