Der Standpunkt

Und der Zukunft zugewandt

Wolfgang van den BerghVon Wolfgang van den Bergh Veröffentlicht:

Wolfgang van den Bergh ist Chefredakteur der "Ärzte Zeitung". Schreiben Sie ihm: vdb@springer.com

Es gibt allen Grund zu feiern, auch wenn die Bewohner von Elsterwerda aktuell andere Sorgen haben. Ihnen steht buchstäblich das Wasser der Schwarzen Elster bis zum Hals. 20 Jahre Deutsche Einheit - das ist und bleibt eine Erfolgsgeschichte. Daran werden auch die notorischen Vereinigungskritiker nicht rütteln können. Und dennoch muss die Frage erlaubt sein: Wie soll's weitergehen?

Dramatisch rückläufige Geburtenzahlen, eine hohe Arbeitslosigkeit und ein immer noch ungebrochener Trend, der Heimat den Rücken zu kehren, stellen Brandenburg, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern vor enorme Probleme. Das weiß auch die Bundesregierung.

Doch die reduziert sich im aktuellen Jahresbericht zum Stand der Deutschen Einheit auf die Darstellung hervorragender Leistungen seit 1990. Thomas de Maizière, als Innenminister auch Beauftragter der Bundesregierung für die neuen Länder: "Das wiedervereinigte Deutschland hat Großes vollbracht."

Da hat er Recht. Doch wie sieht es etwa mit künftigen medizinischen Versorgung aus? Man werde die Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung "sozial ausgewogen weiterentwickeln und strukturelle Reformen durchführen". Ist das die Antwort auf die oben beschriebenen Probleme?

Es gibt kaum noch Unterschiede in der Versorgung in Ost und West. Doch was ist zu tun, wenn Hausärzte in den neuen Ländern keine Nachfolger finden? Nach Angaben von KBV und Bundesärztekammer ist die Zahl der Hausärzte seit 1999 in den neuen Ländern um 1041 Ärzte (11,4 Prozent) zurückgegangen.

Mit Blick auf die demografische Entwicklung erleben die östlichen Bundesländer das, was auch die alten Bundesländer mit einem Zeitverzug von zehn bis 15 Jahren prägen wird: Alterung und Bevölkerungsschwund. Jetzt wäre es an der Zeit, in den neuen Ländern die Versorgungsmodelle der Zukunft zu entwickeln.

Fürwahr: Deutschland hat Großes vollbracht - und wird hoffentlich in Zukunft hier noch Großes vollbringen.

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