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UN-Kinderhilfswerk

Unicef: Sectiones in Gaza häufig ohne Anästhesie

Im Gazastreifen fehlt es an Betäubungsmedikamenten. Kaiserschnitte werden daher immer öfter ohne vorherige Anästhesie durchgeführt. Um ungeborene Kinder zu retten, operieren die Ärzte auch tote Frauen.

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Genf. Im Gazastreifen müssen Kaiserschnittoperationen nach Angaben einer Sprecherin des UN-Kinderhilfswerks Unicef manchmal ohne Betäubung durchgeführt werden. Es mangele Krankenhäusern nicht nur an Anästhesie-Medikamenten, sagte Tess Ingram am Freitag.

Wegen der Überfüllung müssten Mütter bereits drei Stunden nach einem Kaiserschnitt das Krankenhaus wieder verlassen. Eine Krankenschwester habe berichtet, sie habe innerhalb von acht Wochen bei sechs toten Müttern Kaiserschnitte vornehmen musste, um deren ungeborene Kinder zu retten. Ingram war im Gazastreifen. Sie sprach am Freitag über Videoverbindung aus Jordanien mit Reportern in Genf.

Geburt eingeklemmt unter den Trümmern

Sie berichtete unter anderem von der jungen Mutter Mashael. Bei einem Raketen- oder Bombenangriff sei ihr Haus getroffen worden. Ihr Baby habe aufgehört sich zu bewegen. Die Mutter sei sicher, dass das Baby tot ist. Ingram traf sie einen Monat nach dem Angriff, als die Frau immer noch auf medizinische Versorgung wartete. Eine andere Frau, Amal, war im sechsten Monat schwanger, als sie unter den Trümmern ihres Hauses eingeklemmt war. Ihr Baby sei trotzdem gesund zur Welt gekommen. Die Mutter sei zwar verletzt und krank, aber es bleibe ihr nichts übrig, als mit ihrem neugeborenen Mädchen in einen selbstgebauten Unterstand auf den Straßen von Rafah zurückzukehren.

Es fehlt an Babynahrung

Viele Mütter könnten im Schockzustand über die Lebensumstände ihre Babys nicht stillen. Babynahrung stehe kaum zur Verfügung. Bei den Neugeborenen seien Langzeitfolgen zu befürchten. Das Leid der Kleinsten müsse den Menschen weltweit den Schlaf rauben, sagte Ingram. Das gelte auch für das Schicksal der beiden sehr kleinen Kinder, die Terroristen am 7. Oktober aus Israel in den Gazastreifen verschleppt hätten und die dort immer noch festgehalten würden. Seit den Terroranschlägen führt Israel Krieg im Gazastreifen.

Nach Angaben von Ingram sind dort seit dem 7. Oktober fast 20.000 Babys zur Welt gekommen. „Mütter stehen vor unvorstellbaren Herausforderungen in Bezug auf angemessene medizinische Versorgung, Ernährung und Schutz vor, während und nach der Geburt", sagte sie. (dpa)

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Kommentare
Nezahat Baradari 21.01.202421:27 Uhr

Wann kommt endlich auch ein Statement von unseren Ärztelobbyvertretern und der Aufruf zu einem Ceasefire in Gaza?
Fehlt da nicht etwas?

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