Gesundheitspolitik international

"Unseren Etat? Den kennen wir doch nicht!"

Veröffentlicht:

Ist es die Bankenkrise? Oder der kränkelnde Euro? Vielleicht hat die anhaltende Geldknappheit im staatlichen Gesundheitsdienst (National Health Service, NHS) Großbritanniens ja sogar etwas mit der aufstrebenden Wirtschaftsmacht China zu tun?

Für die immer neuen Etatkürzungen im NHS gibt es mehr Erklärungsversuche als Pferde im Stall der Queen. Freilich: als die "Ärzte Zeitung" kürzlich vom Londoner Gesundheitsministerium wissen wollte, wie viel die staatlichen Krankenhäuser und Arztpraxen 2011 ausgeben dürfen, blieb eine Antwort aus.

Das wisse man nicht so genau, hieß es. Man solle doch bitte beim Finanzministerium nachfragen. Dort hätte man "einen besseren Überblick über alle Haushaltsfragen".

Im Klartext: das Londoner Gesundheitsministerium kann nicht sagen, wie viel Geld 2011 für die britische Gesundheitsversorgung zur Verfügung steht!

Vielleicht hat das zwar eher etwas mit einem inkompetenten Ministeriumsmitarbeiter zu tun. Doch ein gutes Omen für das krisengeschüttelte Land und seinen kränklichen Gesundheitsdienst ist das gewiss nicht.

Maggie Thatcher, detailfixierte Kaufmannstochter und Ex-Regierungschefin, wäre vermutlich entsetzt, hätte sie heute noch etwas zu sagen. Aber Zeiten ändern sich. Manchmal nicht zum besseren. (ast)

Mehr zum Thema

Parlamentswahlen

Gesundheitspolitik dominiert den Wahlkampf in Portugal

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden »Kostenlos registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Tendenz weiter nach oben: Mit bis zu 400.000 Infektionen durch Omikron pro Tag rechnen Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach und RKI-Präsident Lothar Wieler (l.).

© Wolfgang Kumm / dpa

Neue Testverordnung

PCR-Tests: Details zur Priorisierung kommen nächste Woche

Für Frauen gelten andere Impfregeln als für Männer, etwa beim Schutz gegen sexuell übertragbare Krankheiten. (Symbolbild mit Fotomodellen)

© Djomas / stock.adobe.com

Neue STIKO-Empfehlungen

Welchen Impfschutz junge Frauen brauchen

Erst lokale Modellprojekte zur Grippeimpfung, jetzt bundesweit mit COVID-Vakzinen am Start: Die Apotheker haben erfolgreich einen Fuß in die ambulante Versorgung gesetzt.

© David Inderlied/picture alliance

Impfkampagne

Apotheker ready für die Corona-Impfung to go