Verärgerung in Hamburg über Hausarzt-Honorare

HAMBURG (di). Hamburger Hausärzte fordern eine Mindestvergütung von 70 Euro pro Quartal und Patient. Die Krankenkassen müssen sich auf Proteste einstellen.

Veröffentlicht:
Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorsitzender der KV-Vertreterversammlung.

Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorsitzender der KV-Vertreterversammlung.

© Kassenärztliche Vereinigung Hamburg Hamburg

Auf einer von der KV-Selbstverwaltung einberufenen Veranstaltung kritisierten rund 130 Hausärzte die derzeitige Honorierung und forderten den KV-Vorstand auf, bei den Hamburger Kassen für die Mindestvergütung einzutreten.

"Mit derzeit nicht einmal elf Euro pro Monat für die Grund- und Regelversorgung im hausärztlichen Bereich ist die hausärztliche Versorgung in Hamburg nicht mehr aufrecht zu erhalten", sagte Hausarzt Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorsitzender der KV-Vertreterversammlung.

Massive Proteste als Mittel

Auch der Beratende Fachausschuss stellte sich hinter die Forderung. "Wenn die Hamburger Kassen in den nächsten drei Monaten nicht ein verbindliches Zeichen für eine deutliche Anhebung der hausärztlichen Vergütung geben, wird es massive Protestaktionen in Hamburg geben", kündigte Dr. Silke Lüder, stellvertretende Sprecherin des Fachausschusses Hausärzte in der KV an. Lüder vertritt auch die Freie Ärzteschaft in der Hansestadt.

Nach Angaben von Dr. Michael Späth, Vorsitzender der KV-Vertreterversammlung, beträgt die Unterfinanzierung für die ambulante Versorgung in Hamburg insgesamt 50 Prozent. Er sieht damit "die Schmerzgrenze überschritten".

"Rund-um-Versorgung mit diesen Beträgen nicht mehr möglich"

"Wir bekommen für rund 1,5 Millionen Hamburger Versicherte eine Pauschalvergütung, müssen aber pro Quartal rund 2,5 Millionen Fälle versorgen", kritisierte Späth. Damit stehen pro Monat und Fall 23 Euro für die gesamte Versorgung von Hamburger Versicherten zur Verfügung, dies beinhaltet auch Hausbesuche.

"Mit diesen Beträgen ist eine Rund-um-Versorgung heute nicht mehr möglich. Unbegrenzter Leistungsanspruch und begrenzte Mittel: Diese Rechnung geht nicht auf", sagte Späth. Auch der NAV-Virchowbund unterstützt die Forderungen in Hamburg.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

© KVNO

Schnell und sicher

Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

Anzeige | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums v.l.n.r.: Professor Karl Broich (BfArM), Dr. Jürgen Malzahn (AOK-Bundesverband), Dr. Christine Mundlos (ACHSE e.V.), Hauke Gerlof (Ärzte Zeitung), Dr. Johanna Callhoff (DRFZ), Professor Christoph Schöbel (Ruhrlandklinik, Universitätsmedizin Essen), Privatdozent Dr. Christoph Kowalski (Deutsche Krebsgesellschaft), Dr. Peter Kaskel (Idorsia)

© Thomas Kierok

ICD-11: Die Zeit ist reif für die Implementierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Idorsia Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Bei erfolgreich therapierter Sialorrhö ist Teilhabe wieder leichter möglich

© Olesia Bilkei / stock.adobe.com [Symbolbild]

Glycopyrroniumbromid bei schwerer Sialorrhö

Wirtschaftliche Verordnung durch bundesweite Praxisbesonderheit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Proveca GmbH, Düsseldorf
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Porträt

Wie eine Gynäkologin ihre Krebserkrankung in einem Comic verarbeitet

Lesetipps
Maske

© Porträt: BVKJ | Spritze: Fiedels / stock.adobe.com

Sie fragen – Experten antworten

Mutter mit MS: Kind gegen MMR impfen?

Ein Mann zieht an einem riesigen Virus.

© freshidea / stock.adobe.com

Off-Label-Use möglich

Long-COVID-Therapie: So schätzt Hausarzt Maibaum den G-BA-Beschluss ein