Psycho-Onkologie

Vermittlung ist Engpass

Psychoonkologische Mitbetreuung halten Haus- und Fachärzte für wichtig. Doch wohin mit den Patienten?

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HEIDELBERG. Hausärzte und niedergelassene Fachärzte halten eine psychoonkologische Mitbetreuung ihrer Krebspatienten für wichtig und hilfreich, sehen aber große Probleme in der Verfügbarkeit psychoonkologischer Anlaufstellen und der Vermittlung ihrer Patienten jenseits der Zentren - vor allem an Psychotherapeuten.

Das hat eine Befragung Heidelberger Wissenschaftler von mehr als 1000 Ärzten zur psychoonkologischen Versorgungssituation im ländlichen Raum ergeben. Ihre Ergebnisse sind bei der Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Psychoonkologie (PSO) in Heidelberg vorgestellt worden.

Danach sehen über 90 Prozent die Vermittlung ihrer Patienten generell als problematisch an. Bei der Vermittlung an Psychotherapeuten halten dies 84 Prozent der Befragten für sehr schwierig.

Wie Verena Zimmermann von der Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Psychosomatik der Uni Heidelberg sagte, bietet etwa die Hälfte der befragten Ärzte ihren Patienten selbst psychoonkologische und psychosoziale Beratung an, vor allem Hausärzte.

Fast jeder sechste Befragte gab jedoch an, weder selbst beratend tätig zu sein, noch Patienten weiter zu vermitteln.

Psychoonkologische Betreuung sinnvoll

1181 Haus- und niedergelassene Fachärzte mit mittleren bis großen Praxen wurden im Rahmen des Projektes P-O-Land (Psychoonkologische Versorgung im ländlichen Raum) in Landkreisen um Kaiserslautern und um Heilbronn schriftlich befragt.

Dreiviertel waren Hausärzte; ein Viertel Fachärzte, die Krebspatienten behandeln wie Gynäkologen, Urologen, Internisten, Onkologen und Gastroenterologen. Der größte Teil - 84 Prozent - stammt aus ländlichen Gebieten. Die Rücklaufquote betrug 58 Prozent.

Weit über 90 Prozent der Befragten betrachten eine psychoonkologische Betreuung ihrer Krebspatienten als sinnvoll. Eben so viele glauben, dass ihre Patienten davon profitieren können.

Die Qualität psychoonkologischer Unterstützungsangebote werde also als sehr gut eingeschätzt, die Verfügbarkeit als eher schlecht, resümierte Zimmermann. Nur jeder Zehnte sagte, dass in seiner Umgebung genügend psychoonkologische Unterstützungsangebote existierten.

70 Prozent der Befragten gaben an, dass sie ihre Patienten bei Bedarf in psychoonkologische bzw. psychosoziale Einrichtungen vermitteln. Landärzte sehen hier deutlich mehr Vermittlungsschwierigkeiten an als in der Stadt tätige Ärzte.

Weiteres Ergebnis: Hausärzte schätzen die Versorgung und Vermittlung problematischer ein als Fachärzte. Hausärzte übernehmen daher die Versorgung oft selbst. 57 Prozent gaben an, an der Psychosomatischen Grundversorgung teilzunehmen, zwei Prozent verfügen über die Zusatzbezeichnung Psychoonkologie. (bd)

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