Morbi-RSA

Verteilung bleibt Blackbox

Veröffentlicht:

STUTTGART. Die baden-württembergische Landesregierung tappt bei der regionalen Verteilungswirkung des morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs (Morbi-RSA) im Dunkeln. Unklar bleibt, ob in den vergangenen Jahren die aus dem Südwesten abfließenden Krankenversicherungsbeiträge die Rückflüsse überstiegen haben.

Letztmalig für das Jahr 2011 könne man sagen, dass Baden-Württemberg eine positive Deckungsquote aufweist, heißt es in der Antwort des Sozialministeriums auf eine Anfrage der FDP-Fraktion im Landtag. Diese Daten stammen aus einem Gutachten über regionale Verteilungswirkungen im Morbi-RSA, dass die bayerische Landesregierung in Auftrag gegeben hatte.

Eine klare Positionierung für eine Reform des Kassen-Ausgleichs vermeidet das Sozialministerium. Es "scheint nachvollziehbar", das regionale Angebots- und Kostenniveau im RSA stärker zu berücksichtigen, heißt es. Nötig seien aber "weitere wissenschaftliche Untersuchungen auf Bundesebene".

Der gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Jochen Haußmann, forderte, die Landesregierung müsse "das Heft des Handelns in die Hand nehmen". Der Sozialausschuss des Landtags stimmte Haußmanns Forderung zu, die grün-schwarze Landesregierung solle beim Bund eine Erhebung "einfordern", wie sich das GKV-Beitragsaufkommen im Vergleich zu den Mittelzuweisungen aus dem Gesundheitsfonds verhält.

Dagegen lehnt der Ausschuss den FDP-Vorschlag ab, die Landesregierung solle ein eigenes Konzept für eine RSA-Reform vorlegen. Die Liberalen plädieren für die Schaffung eines Hochrisikopools, mit dem extrem hohe Einzelfallkosten ausgeglichen würden. Dieses Instrument ist 2009, zeitgleich mit dem Start des Morbi-RSA, abgeschafft worden.Im Koalitionsvertrag von Grün-Schwarz ist festgehalten, man wolle sich auf Bundesebene dafür einsetzen, "dass notwendige Änderungen am Morbi-RSA vorgenommen werden, um einen gerechten Ausgleich zwischen den Ländern herbeizuführen." (fst)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Gesundheitspolitik im Rückspiegel

„Das war ein schwieriges Jahr“

Klamme Kassen, gestresste Versorger: Gaß und Gassen fordern Reaktionen

„Kontaktgebühr“ beim Arztbesuch und Zuzahlungen in der Klinik

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Gebrechliche Patienten

Hüft-Operation bei Herzpatienten: Wie sich Risiken minimieren lassen

Zum Jahresstart

Das ändert sich 2026 für Praxen

Sie fragen – Experten antworten

Polio und Diphterie: Impfen bleibt zentraler Baustein

Lesetipps
Eine Person hält drei Figuren in den Händen

© Suriyo/stock.adobe.com

Man kann nicht nicht führen

Mitarbeiterführung in der Arztpraxis: Tipps für Praxisinhaber

Frau telefoniert

© Matthias Balk / picture alliance

Kontakt mit Patienten

Arztpraxis ohne Telefon: Kann das funktionieren?